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Umsiedlung
Mühlrose hat sich für Schleife entschieden

Mühlrose. Im Januar beginnen die Vormerkaktionen für die Umsiedlungsgrundstücke.

Mit klarer Mehrheit haben sich die Mühlroser für eine Umsiedlung nach Schleife entschieden. Das hat die Leag auf RUNDSCHAU-Anfrage bestätigt.

Das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter 197 Einwohnern war diesen am Mittwochabend in einer nicht öffentlichen Veranstaltung bekanntgegeben worden. Demnach haben von 162 Personen, die einen ausgefüllten Fragebogen zurückgaben, 117 den Wunsch, nach Schleife umzusiedeln. Nur eine Person habe den Standort in der Gemeinde Trebendorf favorisiert. 38 Personen bevorzugen eine Einzellösung, zitiert Leag-Sprecherin Kathi Gerstner Dr. Michael Kossakowski vom Büro Intelligenz System Transfer Berlin, welcher die Ergebnisse vor Ort erläuterte. Mehr als 80 Prozent der Mühlroser hatten sich somit an der Befragung beteiligt, bei der zwei Vorzugsstandorte zur Auswahl standen. Diese waren zuvor von einer Arbeitsgruppe diskutiert und entwickelt worden. Neben dem Standort in der Gemeinde Schleife – nördlich der Ortslage am Lieskauer Weg – gab es einen weiteren unmittelbar am Halbendorfer See in der Gemeinde Trebendorf zur Auswahl.

  Nachdem nun das Ergebnis feststeht, wird die Leag keine weiteren Planungsschritte am Halbendorfer See unternehmen, betont Martin Klausch, Leiter der Abteilung Bauwesen/Umsiedlung. Noch am Mittwochabend kündigte dieser die nächsten Schritte zur Vorbereitung der Umsiedlung an. Er informierte,  das Unternehmen werde gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Richter & Kaup ab Januar die Vormerkaktion für den gewählten neuen Wohnort vornehmen. Jeder Eigentümer oder interessierte Mieter, der dann bauen möchte, habe die Möglichkeit, in Einzelgesprächen seinen konkreten Standortwunsch zu äußern.

Erste Termine seien bereits am Mittwoch vereinbart worden. Zudem soll es Gruppengespräche für die einzelnen Quartiere geben.

Waldemar Locke, neuer Bürgermeister (CDU) der Gemeinde Trebendorf, und die anwesenden Bürger fordern eine zügige Umsetzung der Umsiedlung sowie die Einhaltung der gesetzten Ziele. Dazu zähle für Locke vor allem die Fertigstellung des Grundlagenvertrags im ersten Halbjahr 2018.

Die Ergebnisse waren im Beisein von Vertretern von Behörden des Freistaates Sachsen sowie des Landkreises Görlitz und der Gemeinde Schleife vorgestellt worden. Jörg Funda hatte den Schleifer Bürgermeister Reinhard Bork vertreten und betont: „Das eindeutige Ergebnis freut uns, denn genau das haben wir uns gewünscht, aber wir haben auch großen Respekt davor.“ Den damit verbundenen Aufgaben werde sich Schleife verantwortungsbewusst stellen. Reinhard Bork ist überzeugt: „Die vorhandene Infrastruktur in Schleife hat sicherlich bei der Entscheidung eine Rolle gespielt.“ Dazu zählt er auch den Mietwohnungsbau. Er sieht die Leag in der Pflicht, diesen zu erweitern.