Von Regina Weiß

Was das Teilnehmerfeld der 22. Lausitz-Rallye betrifft, macht es Cheforganisator Wolfang Rasper spannend. Außer einem Lächeln ist ihm diesbezüglich bei der Pressekonferenz in Boxberg nichts zu entlocken. Nennungsschluss sei schließlich der 22. Oktober.

Und man wisse ja, wie das bei Rallyes üblich ist: Zum Schluss wird es spannend, selbst bei der Anmeldung.

Doch zwischenzeitlich ist via Internet bekannt geworden: Der Norweger und vierfache Lausitz-Sieger Anders Gröndal kommt wieder nach Boxberg. Im vergangenen Jahr machten ihm Unfall und Krankheit einen Strich durch die Rechnung, seinen Lieblingsfight mit Matthias Kahle und Christian Doerr auszufechten. Ob sich der 2019 wiederholen lässt? Das bleibt abzuwarten.

Lausitz-Rallye mit 100 internationalen Teams

Die 22. Auflage des besonderen Motorsportevents findet vom 31. Oktober bis 2. November statt. Die Vorbereitungen dafür laufen beim Rallye-Renn- und Wassersport-Club Lausitz (RRWC) auf Hochtouren. Es wird erwartet, dass wieder rund 100 internationale Teams an den Start gehen werden. Sie werden 84 Prozent ihrer Wettkampfkilometer auf Schotter absolvieren. Genau das, was das Markenzeichen der Veranstaltung rund um Boxberg ist.

Auch in diesem Jahr wird sich das Fahrerlager am Tourismusinformationszentrum (Tiz) in Boxberg befinden. Dorthin war der Tross 2018 erstmals gezogen und das hatte, wie die Veranstalter finden, Maßstäbe gesetzt. „Wir haben ein gutes Feedback bekommen“, erklärt Björn Fröbe.

Er ist der neue Pressemann an Wolfgang Raspers Seite. Selbst viele Jahre Fan der Rallye ist der Dresdener nun ins Orgteam mit eingestiegen. „Mir macht das unheimlich viel Spaߓ, sagt er gegenüber der RUNDSCHAU. Ihm und der Veranstaltung kommt natürlich zugute, dass Fröbes Profession das Marketing ist.

Lausitz-Rallye hat zwölf Zuschauerpunkte

Aber zurück zum Fahrerlager. Lediglich die Zufahrt und die dort regelwidrig parkenden Autos hatten sich 2018 als größeres Problem entpuppt, das man 2019 besser lösen will. Boxbergs Hauptamtsleiter Arian Leffs verspricht, dass der Ordnungsdienst der Gemeinde personell vor Ort im Einsatz sein werde. Diesbezüglich ergeht der Hinweis, dass im Ort – Gehzeit maximal fünf Minuten – genug Parkplätze vorhanden sind.

An zwölf Zuschauerpunkten können die Gäste aus nah und fern die Rallye sozusagen hautnah erleben. Wobei Wolfgang Rasper einen besonderen Zuschauerpunkt hervorheben möchte. Es gibt eine Wertungsprüfung Nochten. Die sei Samstagmorgen ab 8 Uhr am besten vom „Herrenhügel“ im Findlingspark zu betrachten. Gemeint ist der Aussichtspunkt von Klein Skandinavien. Dafür bereite der Findlingspark einen extra Eintrittspreis vor.

500 Ehrenamtler bei Lausitz-Rallye im Einsatz

Für die Rallye kostet das Tages­ticket sieben Euro und wird an den Zufahrten zu den Zuschauerpunkten zu haben sein. Nicht nur dort wird ein Teil der rund 500 Ehrenamtler im Einsatz sein, ohne die die Rallye nicht funktionieren würde. Viele davon kommen von befreundeten Clubs.

Für Boxbergs Bürgermeister Achim Junker (CDU) auch ein Zeichen, dass es Spaß macht, die Veranstaltung zu unterstützen. Insgesamt findet er beeindruckend, was in Boxberg für das Event das ganze Jahr über organisiert werde. Er freue sich, dass die Rennsportveranstaltung „so ein gutes Licht auf die Region wirft“.

Auch wegen ihrer Außenwirkung ist die Lausitz-Rallye seit Kurzem Partner des Freistaates bei der Kampagne „So geht sächsisch.“ Der scheidende CDU-Landtagsabgeordnete Lothar Bienst hofft, dass diese Unterstützung auch weiter fortgesetzt wird. Genau wie die der Sparkassenstiftung Oberlausitz-Niederschlesien.

Zuschlag für das Finale der FIA European Rally Trophy

Denn schließlich zeichnen sich für die 23. Auflage, die vom 5. bis 7. November 2020 stattfindet, große Vorzeichen ab. Der Weltmotorsportverband in Paris (FIA) ist auf die Boxberger Ausrichter zugegangen. Sie haben den Zuschlag für das Finale der FIA European Rally Trophy bekommen.

Europa ist quasi in Rallye-Regionen aufgeteilt. Das reicht von der Balkan- bis zur Celtic-Rallye. Die jeweiligen Sieger aus diesen Zonen werden dann 2020 ihren Meister in Boxberg ermitteln. Das bedeutet nicht nur mindestens 20 internationale Teams zusätzlich, sondern auch eine Auszeichnung für die „Rallye-Verrückten“.

www.lausitz-rallye.de