Von Regina Weiß

Ganz so martialisch wird die Arena der Lausitz-Rallye Anfang November nicht mehr aussehen, wie sie derzeit beim Devil‘s Race (Teufelsrennen) im Fernsehsender DMAX rüberkommt. Doch auch ohne Schrotthindernisse und Abrissbirnen, die es dem Fahrer schwer machen, hat die Arena allerhand zu bieten. Erst jüngst konnte sich Wolfgang Rasper vom Rallye-Renn- und Wassersport-Club Lausitz (RRWC) und Cheforganisator der Lausitz-Rallye selbst ein Bild machen. Ein junger polnischer Nachwuchsfahrer hatte sich zum Test angesagt. „Wenn der zur Rallye kommen würde, dann können sich die alten Herren warm anziehen“, so Raspers Einschätzung. Wen er als die alten Herren bezeichnet, darüber schweigt des Schreibers Höflichkeit.

Noch kann Rasper beim Pressegespräch zur 21. Rallye, die vom 1. is 3. November rund um Boxberg stattfindet, nicht wirklich sagen,  wer an den Start gehen wird. Die Nennung laufe seit August. „Die letzten 48 Stunden sind entscheidend“, so Rasper. Er hofft auf mindestens 80 Starter. Mehr wäre noch besser. Wahrscheinlich werde davon fast die Hälfte aus dem Ausland kommen – Polen, Tschechien, Finnland, Dänemark, Österreich und Norwegen. Überall dort hat sich bei den Piloten und Teams die Lausitz-Rallye einen guten Namen gemacht.

Apropos Norwegen – es ist das Zuhause von Anders Gröndal. Er ist der Titelverteidiger. Tritt er an, könnte er die Lausitz-Rallye zum fünften Mal gewinnen. Diese Option steht auch für Lokalmatador Matthias Kahle offen. Auch er nennt schon vier Lausitz-Titel sein eigen.

Auf diese beiden Zugpferde setzt Wolfgang Rasper und sammelt mit seinem Organisationsteam schon mal extra Geld ein. Denn wer die Schotterpiste in der Lausitz fünf Mal besiegt, dem soll ein extra Pokal winken.

Die Rallye zu finanzieren, ist auch diesmal wieder eine Gratwanderung. Da freut sich Rasper über Sponsoren, die dem Ereignis seit Jahren die Treue halten. Ein Drittel der Einnahmen machen die Nenngelder aus. Hinzu kommen die Parkgebühren der Gäste.

Dass sich wieder viele Fans an der Strecke und den Zuschauerpunkten einfinden werden, sorgt bei aller Organisation auch für problematische Situationen. Um die Euro für den Parkplatz zu sparen, hatten Besucher im vergangenen Jahr ihre Autos an der Spreestraße nahe der Kohlebahn abgestellt und waren mit Kind und Kegel trotz Bahnbetriebs über die Gleise marschiert. Über so viel Unvernunft kann auch Wolfgang Rasper nur den Kopf schütteln. Deshalb wird es in Absprache mit dem Landkreis Görlitz und der Polizei an den neuralgischen Punkten ein Halteverbot auf der Spreestraße geben. Dann könnte abgestraft werden.

Auch bei der Zufahrt zum See am Boxberger Ufer werde man genau hinschauen und notfalls abschleppen, versichert Boxbergs Hauptamtsleiter Arian Leffs. Denn am Boxberger Ufer schlägt sozusagen in diesem Jahr das Herz des Rennes. Das Fahrerlager zieht ins Sternencamp, die Rennleitung sitzt im Tourismuszentrum. Start und Ziel sind am See.

„Das ist alles sehr kompakt“, freut sich Rasper über diese Lösung. Kurz vor der Pressekonferenz hatte er mit dem Pächter des Campingareals den Vertrag geschlossen. Dass sich eine Änderung bei den Gegebenheiten abzeichnet, war schon während der 20. Rallye klar geworden. „Das Fahrerlager damals in Uhyst einzurichten, war eine Notlösung gewesen“, erklärt Wolfgang Rasper. Entsprechende Problem waren damit inklusive.