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Aus dem Gerichtssaal
Mord in Görlitz - Staatsanwalt fordert lebenslange Haft

Die Täter sollen Anfang Februar einen 24-Jährigen in eine Wohnung in Görlitz gelockt, erstickt und danach mit dessen EC-Karte Geld abgehoben haben.
Die Täter sollen Anfang Februar einen 24-Jährigen in eine Wohnung in Görlitz gelockt, erstickt und danach mit dessen EC-Karte Geld abgehoben haben. FOTO: Danilo Dittrich / dpa
Görlitz/Niesky. Die Staatsanwaltschaft Görlitz hat im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 24-Jährigen aus Niesky für die beiden Angeklagten lebenslange Freiheitsstrafen gefordert.

„Als das Opfer die Wohnung betrat, war klar, dass es sie nicht mehr lebend verlassen wird. Es war klar, dass sie über Leichen gehen würden“, sagte der Staatsanwalt am Donnerstag bei seinem Plädoyer. Dem arbeitslosen deutschen Paar aus Görlitz wird vorgeworfen, ihr Opfer am 5. Februar aus Habgier und Heimtücke in eine Görlitzer Wohnung gelockt zu haben. Der junge Mann soll nach dem Erpressen der Geldkarte und des Autos mit drei Plastiktüten erstickt worden sein.Der gemeinschaftliche Mord sei aber nur ein Ziel gewesen, so der Staatsanwalt. Der Tatplan habe zudem die Entführung des Sohns der Angeklagten beinhaltet. Für ihn hatte die 24-Jährige das Sorgerecht verloren. Seitdem lebte der Junge beim Vater. Dessen Tod hätten die Täter beim Raub des Kindes billigend in Kauf genommen, hieß es. Dieser Tat kam die Verhaftung zuvor.

Es sollten am Donnerstag noch die Plädoyers der Verteidiger und der Nebenklage folgen. Das Urteil wird voraussichtlich am 13. Dezember gesprochen.

(dpa)