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| 02:45 Uhr

Molkerei Niesky darf sich erweitern

Die Nieskyer Molkerei hat vom Landratsamt Görlitz die Genehmigung erhalten, ihre Produktion auszuweiten.
Die Nieskyer Molkerei hat vom Landratsamt Görlitz die Genehmigung erhalten, ihre Produktion auszuweiten. FOTO: U. Menschner/ume1
Niesky. Die Molkerei Niesky GmbH darf ihre angestrebte Erweiterung vollziehen. Das Landratsamt Görlitz hat die dafür benötigte immissionsschutzrechtliche Genehmigung unter Auflagen erteilt, wie Umweltamtsleiterin Verena Starke bekannt gibt. ume1

Der Nieskyer Lebensmittelhersteller darf demnach künftig täglich im Durchschnitt 360 Tonnen Milch verarbeiten. Bislang sind es laut Angaben auf der Website des Unternehmens "über 240 Tonnen". Den Antrag gestellt hatte die Fude + Serrahn Milchprodukte GmbH & Co. KG als Mutterunternehmen.

Weiterhin wurden "die Errichtung und der Betrieb von drei Milchtanks und eines Misch- und Ausgleichsbeckens als Abwasserbehandlungsanlage" genehmigt. Hintergrund für Letzteres ist laut der bereits zuvor erteilten Genehmigung der Unteren Wasserbehörde beim Landratsamt, dass "über den Zeitraum von mehreren Jahren immer wieder erhebliche Probleme auf der städtischen Kläranlage auftraten". Dies sei auf die regelmäßig auftretenden "Frachtspitzen" zurückzuführen gewesen. Das Becken hingegen gewährleiste einen gleichmäßigen Ablauf des anfallendes Abwassers; zudem könne der pH-Wert angepasst werden. Die Steuerung und Vorbehandlung des Beckens werde elektronisch überwacht und die Daten würden online an die Stadtwerke Niesky als Betreiberin der Kläranlage übermittelt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Probleme frühzeitig erkannt werden. Die Träger der öffentlichen Belange hatten dem Vorhaben in ihren Stellungnahmen zugestimmt. So seien keine "relevanten Schadstoff- oder Geruchsemissionen" zu befürchten; die Geräuschemissionen blieben zu allen Tages- und Nachtzeiten unter den Grenzwerten.

Eher negativ hingegen sahen Tierschützer das Vorhaben. Nach Ansicht des Bündnisses "Tierfabriken-Widerstand" sei der geplante Ausbau der Nieskyer Anlage "Ausdruck des Strukturwandels im Milchgewerbe, der erhebliche negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt" zur Folge habe.

Zum Thema:
Bereits seit 1889 ist Niesky Standort einer Molkerei, damals noch firmierend als Friedrich Engelke GmbH, Centralmolkerei und Dauermilch-Fabrik Niesky. Zu DDR-Zeiten als Teil des Kombinates Milchwirtschaft Dresden für die regionale Versorgung mit Molkereiprodukten zuständig, hat sich die Molkerei Niesky nach der Wende auf die Produktion von Käse spezialisiert. Seit 1993 gehört ein Zweitbetrieb in Olbernhau (Erzgebirge) zum Unternehmen.