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Moderne Kunst zieht ins Kavalierhaus

Momo und Kai-Uwe Kohlschmidt in der Ausstellung von Mangan 25, die am Donnerstagabend eröffnet wird. Zehn Künstler – vom Schauspieler bis zum Filmemacher, vom Autor bis zum Maler – bilden die Gruppe. Sie existiert seit 2004.
Momo und Kai-Uwe Kohlschmidt in der Ausstellung von Mangan 25, die am Donnerstagabend eröffnet wird. Zehn Künstler – vom Schauspieler bis zum Filmemacher, vom Autor bis zum Maler – bilden die Gruppe. Sie existiert seit 2004. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Die Künstlergruppe Mangan 25 stellt jetzt in Bad Muskau die Er gebnisse ihrer Exkur sionen vor. Diese führten sie auf fünf Kontinente. Regina Weiß

Kai-Uwe Kohlschmidt hat eine Nase für besondere Geschichten. Der aus Cottbus stammende Autor, Komponist und Sänger begibt sich auf die Spur historischer Persönlichkeiten. Nicht solche, die noch im Bewusstsein allgegenwärtig sind, sondern solche, die oder deren Geschichte in Vergessenheit geraten sind. "20 solcher Personen habe ich bestimmt noch in petto", erzählt er der RUNDSCHAU. Die Figuren sind oft der Anlass, auf Spurensuche zu gehen. Nicht in Archiven, Büchern und mit dem Finger auf der Landkarte, sondern in ihrem vormaligen Lebensraum. Hermann Detzner ist so eine Figur. Er war der Anlass, um nach Papua-Neuguinea zu reisen.

Dorthin machte sich nicht nur Kai-Uwe Kohlschmidt auf, sondern die Künstlergruppe Mangan 25. Diese besteht seit 2004 und zählt zehn Künstler. Sie haben sich ganz unterschiedlichen Kunstformen verschrieben und sie gehen auf Exkursionen. Wohin sie diese geführt haben, darin gibt Mangan 25 im Kavalierhaus in Bad Muskau Einblicke.

Damit bleibt sich auch die Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau treu, die zum vierten Mal der modernen Kunst die Türen im ehemaligen Moorbad öffnet. Am heutigen Donnerstag wird die Ausstellung "Finde Mangan" um 19 Uhr eröffnet (siehe Info).

Dass die Künstlergruppe in Bad Muskau ausstellt, sei kein zufällig gewählter Ort. Denn auch Pückler sei ein Reisender, ein Entdecker gewesen. Ihm fühle man sich im Geiste verbunden, sagt Kai-Uwe Kohlschmidt. Verbunden fühle man sich natürlich auch in der Gruppe. Fünf Kontinente hätten die Künstler schon bereist. Die Spurensuche führte sie zum Nanga Parbat, in die Wüste Namibias, in den Hochlanddschungel von Papua-Neuguinea, in den Regenwald Venezuelas, nach Spitzbergen in die Arktis oder in der Simpsonwüste Australiens. Klar, wer sie zu dem letztgenannten Ziel führte. Ludwig Leichhardt. Der Mann, der in der hiesigen Region keine Berühmtheit sei, den kenne in Australien jedes Kind. Bei all diesen Reisen war der Weg das Ziel. Jeder erlebte die Herausforderungen in Höhe oder in der Wüste für sich und doch gemeinsam. "Die Auseinandersetzung in der Gruppe, das Gespräch über die Eindrücke, die Diskussion gehören dazu", so Kai-Uwe Kohlschmidt. Und das Einlassen auf Land und Leute. Nur dann kommt es zu besonderen Begegnungen und einmaligen Eindrücken, findet Momo Kohlschmidt. So war es auch in Papua-Neuguinea, wo es auf Krabbelpfaden in den Urwald ging. Dorthin, wo Hermann Detzner sich im Ersten Weltkrieg versteckt hatte und wo er vier Jahre mit einem Papagei kommuniziert hat. Sein Buch "Vier Jahre unter Kannibalen" war zum großen Teil Fiktion. Diese Geschichte wird in Form eines Hörspiels beim RBB und als Hörbuch erscheinen. Das ist die Reiseverarbeitung à la Kohlschmidt, andere machen Fotos, malen Bilder, drehen Videos. Die Form der künstlerischen Auseinandersetzung ist vielfältig. Ab heute kann man sich darauf einlassen.

Zum Thema:
Die Ausstellungseröffnung findet am heutigen Abend um 19 Uhr im Festsaal des Schlosses (Achtung: Ortsänderung gegenüber Einladung) statt. Später geht es ins Kavalierhaus, wo es einen Rundgang gibt und die Gäste ab 20.30 Uhr eine radiofonische Performance "Driften im Grenzland - eine Oder-Neiße-Erfahrung" erwartet. Diese führt zurück auf eine Flussbefahrung, die die Gruppe 2013 unternommen hat. Zur Gruppe Mangan 25 gehören: Peter Adler, Kai-Uwe Kohlschmidt, Arta Adler, Gordon Adler, Wolfgang Wagner, Isabel Neyses, Momo Kohlschmidt, Tom Franke, Georg Linde, Mark Chaet. Die Ausstellung ist bis zum 3. September samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt zwei Euro pro Person.