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| 02:51 Uhr

Mittelscharf statt Weißwurstsüß

Linda Rötschke ist das Senfgesicht 2012. Der mittelscharfe Senf zur Weißwurst provoziert. Foto: Uwe Menschner
Linda Rötschke ist das Senfgesicht 2012. Der mittelscharfe Senf zur Weißwurst provoziert. Foto: Uwe Menschner FOTO: Uwe Menschner
Bautzen. Die Wellen bei Facebook schlagen hoch. "Wer kommt denn schon auf die Idee, eine Weißwurst mit Bautz'ner Senf zu essen?", fragt ein Autor ungläubig. "Warum nicht", ein anderer. "Die Bayern werden schon noch lernen, was gut ist." Auslöser der Diskussion ist das diesjährige Werbeplakat der Bautzener Senfwochen – eine junge Frau im Dirndl hält in der einen Hand eine Weißwurst, in der anderen eine Brez'n und einen Becher Bautz'ner Senf. Mittelscharf. Nicht süß. Uwe Menschner

"Diese Debatten sind durchaus gewollt", meint Melanie Jursch vom Irish Pub "O'Connors." Sie zählt als Mitglied des Bautzener Vereins Altstadt Tresen seit Jahren zu den Mitorganisatoren der Bautzener Senfwochen, die zum siebenten Male stattfinden. "Schließlich wollen wir mit unseren Motiven Aufmerksamkeit erregen."

Dies ist in den Vorjahren bereits gelungen: Ob mit Markus, dem Studenten, der sich 2010 mit Bautz'ner Senf die Zähne putzte, oder mit dem Schüler Max, der sich eine Tube Senf auf die Spaghetti drückte. Stets avancierten die vom Bautzener Werbeprofi Jörg Bergmann umgesetzten Ideen zum Stadtgespräch. Auch Linda, das diesjährige Bautzener "Senfgesicht", hat beste Chancen auf bleibenden Ruhm.

Doch letztlich sind sie doch nur Mittel zum Zweck - nämlich möglichst viele Bautzener und Besucher der Stadt vom 21. August bis zum 9. September in eines der 21 teilnehmenden Lokale zu locken. "Mit der Zeit ist uns dies immer besser gelungen", freut sich Frank Haase, Wirt der Gaststätte "Zum Haseneck." "Liefen die Senfwochen anfangs eher nebenbei, so kamen in den letzten Jahren viele Besucher extra deswegen zu uns." Haase bietet, ebenso wie die anderen beteiligten Gastronomen, mindestens drei eigens mit Bautz'ner Senf kreierte Speisen. Das "O'Connors" mixt - fast schon eine Tradition - einen Senfcocktail, in dem diesmal Basilikumsirup, Gin, Apfelsaft und Ginger Ale die Basis bilden. "Natürlich können wir den Gin weglassen, sodass er auch für Kinder geeignet ist", versichert Melanie Jursch. Mit dabei ist auch wieder der "Eisdealer", der die gelbe Würze in eine cremige Leckerei integriert.

Frank Haase freut sich über das gleichbleibend große Interesse der Bautzener Gastronomen an den Senfwochen: "Wir sind mittlerweile ein harter Kern von etwa 20 Betrieben, die jedes Mal teilnehmen." Die Fluktuation ist nur gering - in diesem Jahr stießen das "Wjelbik" und das "Ortenburgstübel" neu hinzu. "Wir würden uns aber auch über noch mehr Teilnehmer freuen", betont er.

Zum Thema:
Im Jahr 2013 sollen die Senfwochen generell etwas größer und üppiger ausfallen, denn dann feiert der Bautz'ner Senf seinen 60. Geburtstag. Für dieses Jubiläum starten die Organisatoren einen Wettbewerb um das "Senfgesicht 2013". Eine Jury wird es aus den Zusendungen der Besucher den Sieger auswählen. Diese können ihrer Fantasie freien Lauf lassen, sollten sich aber an das Motto "Ein echter Bautz'ner" halten. Die Siegeridee wird professionell in ein Plakatmotiv umgesetzt. Die Ideen können bis zum 31. Januar an marketing@feiern-in-bautzen.de gesendet werden. ume1