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Mit Vorliebe gärtnern die "Christaller"

Zur Feier des Tages zeigte die Förderschule ,,Astrid Lindgren'' Weißwasser ein Programm.
Zur Feier des Tages zeigte die Förderschule ,,Astrid Lindgren'' Weißwasser ein Programm. FOTO: Martina Arlt/mat1
Weißwasser. Von den Regenschauern haben sich die Bewohner und Gäste das Sommerfest anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Wohnstätte "Christall" nicht vermiesen lassen. Unter dem Motto "Zeig, was du kannst!" standen Spiel, Sport und Spaß im Mittelpunkt. Martina Arlt / mat1

In dieser Wohnstätte für behinderte Menschen, die das Martinshof Rothenburg Diakoniewerk in Weißwasser betreibt, leben 36 Bewohner zwischen 18 und 67 Jahren. "Mit dieser Anzahl sind wir auch 2002 an den Start gegangen", sagt Hausleiter, Sozialpädagoge und evangelischer Diakon Tobias Friedenstab (46).

Von den Damaligen lebe etwa noch die Hälfte dort. Er beschreibt das "Christall" als ein Haus für Erwachsene, die größtenteils in den Werkstätten der Lebenshilfe in Weißwasser arbeiten oder bei deren Kooperationsfirmen. "Unsere Kapazität ist ausgelastet, und wir haben sogar eine kleine Warteliste", sagt der Hausleiter.

Für Menschen mit geistiger, körperlicher oder Mehrfachbehinderung ermöglicht diese Einrichtung ein selbstbestimmtes Wohnen. Doch es werden auch Außenwohngruppen gebildet, wo die Menschen üben, den Alltag selbst zu bewältigen, aber immer noch jemanden an der Seite haben, erklärt der Leiter. Bei jedem Bewohner sei eben die Lebenssituation anders. Diese Wohnungen sind meist in der Nähe der Wohnstätte, und die Betreuer würden immer ein offenes Ohr für alle Belange dieser Menschen haben.

18 Mitarbeiter sind im "Christall" angestellt, und sie werden von ehrenamtlichen Leuten unterstützt.

Hausleiter Tobias Friedenstab, Gina Schmidt vom Heimbeirat sowie Mitarbeiter des Hauses freuten sich über die mehr als 150 Bewohner und Angehörigen aus Niesky, Rothenburg und Weißwasser beim Sommerfest. Diese probierten den leckeren Kuchen zur Kaffeezeit. Mit mehr als 40 Kuchen und Torten, die gebacken wurden, stand eine riesige Auswahl zur Verfügung. Die Förderschule ,,Astrid Lindgren'' Weißwasser präsentierte sich mit einem kleinen Showprogramm, das aufgrund des Wetters im Haus stattfinden musste. Ein Tauziehen zwischen den Bewohnern und Mitarbeitern sorgte für großen Spaß. Der war ebenso bei einer zünftigen Disko garantiert. "Im Alltag haben die Bewohner eine feste Tagesstruktur. Nach sechs Uhr beginnt der Tag. Von 7 bis 14 Uhr ist Arbeitszeit. Am Nachmittag wird beim Kaffee der Tag ausgewertet, alles besprochen und was noch ansteht. Ob Physiotherapie, Friseur oder Fußpflege, das muss alles organisiert sein", so Tobias Friedenstab, der seit 2008 die Geschicke des Hauses leitet.

Fast alle Bewohner haben Kontakte zu ihrer Familie. Es gehe im "Christall" sehr familiär zu, man kenne sich, sagt Friedenstab. Auch gemeinsame Urlaubsfahrten werden organisiert.

Besonders stolz sind Mitarbeiter und Bewohner auf ihren Garten. Dort bauen sie Blumen, Obst und Gemüse an. Auch ein Weideniglu, Blumeninseln, ein Kräuterhochbeet und eine Sitzecke sind entstanden. Gern wird geerntet. Ob Äpfel, Kräuter oder anderes, es wird in der Wohnstätte verarbeitet und verspeist. Jeder Bewohner pflegt ein kleines Garten-Areal, gießt die Blumen.

Immer wieder gibt es Arbeitseinsätze. Laub harken und im Winter Schnee schieben, diese Aufgaben werden auch erledigt.

Eine feste Überdachung im Garten zu bauen, ist ein nächstes Vorhaben. Neben dem Haus auf der Freifläche könnte sich Tobias Friedenstab auch eine Art Veranstaltungsscheune vorstellen. Doch so ein Vorhaben müsse lange geplant und die Betreibung muss geregelt werden.