Vonwegen auf'm Dorf ist tote Hose. In Skerbersdorf hat letzten Freitagabend auf dem Gelände vom Freizeitzentrum echt der Bär gesteppt. Schüler vom kreislichen Landau-Gymnasium Weißwasser verbrachten hier mit ihren Familien und Lehrern ein gemütliches Beisammensein. Die Mädchen und Jungen nutzten die vielen Möglichkeiten zum Toben oder zum Fußballspielen mit Papa oder ohne. "Ja, dass unser Zentrum ein toller Ort ist für Schulklassen, das hat sich herumgesprochen. Konstant kommen die Weißwasseraner her, und wir haben auch immer mehr Anfragen aus der Rothenburger Ecke", freut sich Tristan Mühl. Mit der Vermietung und den Stippvisiten von etlichen Radwanderern, die auf dem Neißeradweg unterwegs sind und hier Station machen, würde sich die nicht so gute Badesaison ausgleichen, nimmt er an. Denn so gefragt wie in anderen Sommerferien sei das Schwimmbad nicht gewesen.

Das soll nun an diesem Wochenende gaaaaaaanz anders sein. "Wir feiern den 650. Geburtstag von Skerbersdorf, und da gehört auch unser Gaudischanzenspringen dazu", so Mühl. Eigentlich hat er gar nicht viel Zeit zum Erzählen, denn gerade wird jede Hand gebraucht beim Aufbau der Schanze. Der FZZ-Verein und die freiwillige Feuerwehr machen dieses Jahr gemeinsame Sache. "Das ist echt gut, wir sind breiter aufgestellt - jetzt bei der Vorbereitung genauso wie an den beiden Festtagen."

Was erwartet denn nun die Besucher? "Eigentlich sollte das Fest mit einem Fußballspiel starten. Doch daraus wird nichts. Dafür beginnt um 15.30 Uhr ein Vortrag über 650 Jahre Skerbersdorf." Tristan Mühl nennt Detlef Nicko und Steffen Großmann, die die Besucher in die Geschichte des Neißeortes entführen.

Gegen 17 Uhr stehen dann die Gaudi-Springer in den Startlöchern, um mit viel Spaß und kostümiert samt ihrer rutschenden Untersätze die Schanze hinabzurutschen und im Wasser vom Schwimmbecken zu landen. Und was die Gefährte angeht, da haben es die Skerbersdorfer Gaudi-Springer noch nie an genialer Kreativität mangeln lassen. Auch letztes Jahr jubelte das Publikum und ließ die Starter hochleben. Unter denen war zum Beispiel der liebe gute Weihnachtsmann samt Engeln und einem Schlitten voller Geschenke.

Tristan Mühl und dessen Mitstreiter hoffen morgen auf einen ähnlichen Erfolg. "Also zehn Teilnehmer haben wir auf alle Fälle. Da muss nur noch das Wetter mitspielen. Aber selbst da hatten wir schon alles. Aber selbst da erschüttert uns kaum noch was." Kurz vor dem Ende des Springens hatte Petrus 2015 sämtliche Himmelsschleusen geöffnet. Da könnte er dieses Jahr, so Mühl, eigentlich ein bisschen milder gestimmt sein.

Wenn die Sieger feststehen, heißt es schnell Krone richten, hübschen und auf geht's zum Tanz ins Festzelt. Hier sorgen "Die Peeptoes" aus Cottbus für diverse Showeinlagen. Und das nicht zum ersten Mal. "Die Männer waren unbedingt für eine Wiederholung", plaudert Antje Fedtke aus dem Nähkästchen. Am späten Abend knallt, kracht und blitzt es hoch am Himmel - die Skerbersdorfer haben wieder ein Höhenfeuerwerk gebucht.

Die Fleißbienen hinter den Kulissen können nach langer Nacht dennoch nicht an langes Ausschlafen denken. Um 10 Uhr am Sonntag trifft man sich zum Frühschoppen mit Böhmischer Blasmusik. Bis die Jagdhornbläsergruppe Muskauer Heide um 14.30 Uhr den musikalischen Part übernimmt, stehen zwischendurch die Floriansjünger im Mittelpunkt. Da erleben die Besucher, wie die Feuerwehrtechnik funktioniert und so weiter. "Und gegen 16 Uhr ist dann Schicht im Schacht", meint Tristan Mühl mit Blick auf den Sonntag.

Wer beim Dorffest dabei sein möchte, kann am Samstag ein Zweitagesticket für fünf Euro kaufen. Ansonsten fallen an jedem Tag drei Euro Eintritt an.