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Mit "Kille, kille, wallei" Spaß verbreitet

Mit den Jubilaren an der Spitze macht sich der bunte Narrenzug auf den Weg.
Mit den Jubilaren an der Spitze macht sich der bunte Narrenzug auf den Weg. FOTO: G. Nitsche
Sagar. "Chapeau!" Ulli Teichert vom Weißwasseraner Stadtklubs '77 hatte damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn der große Faschingsumzug am Samstagnachmittag zum 35. Gabi Nitsche

Geburtstag des Sagarschen Carnevalsclubs (SCC) war einsame Spitze. Immer wieder hallte der Schlachtruf "Kille, kille, wallei!" Von allen Seiten gab es Lob für 16 geschmückte Wagen und das lustige Fußvolk im bunten Zug. Der brauchte über zwei Stunden vom Start In den Wiesen bis zur Schule. Denn entlang der Strecke hatten Anwohner Imbissstände aufgebaut, hier beköstigten sie Teilnehmer und Besucher mit Schmalzschnitten und Getränken. Die Sagarschen sind eben ein sehr spendables Völkchen, hieß es. "Bei uns waren es 23 Stände, bei Euch bestimmt 60. Ganz, ganz toll", schwärmte Daniel Junge, der Daubitzer Präsident. In seinem Heimatdorf herrschte eine Woche zuvor Trubel, Jubel, Heiterkeit, standen, so wie in Sagar, Hunderte Schaulustige an den Straßen.

Eigentlich sollte Samstag der krönende Abschluss schwungvoll auf dem Sportplatz gefeiert werden. Doch auf dem gefrorenen Rasen versickerte der geschmolzene Schnee nicht. Das Wasser stand knöcheltief. "Dann geht's eben zur Schule", entschied der Elferrat um Präsident René Thamm. Beim "Schneewalzer" schunkelte man sich wieder warm. "Vor 15 Jahren hatten wir 18 Grad plus. Man kann sich's halt nicht aussuchen, das Wetter", so Thamm. Aber jeder im Ort wusste auch, dass der Regen einen Grund hatte: Gerd Broda, das Urgestein der Sagarschen Karnevalisten, fehlte, weil er schwer erkrankt ist. "Wir schicken närrische Genesungsgrüße nach Pulsnitz!", rief René Thamm, und alle Anwesenden applaudierten.

Zur guten Stimmung trugen auch diese Gäste bei: Günter Bührichen, der Präsident vom Verband Sächsischer Carneval. Lange war dieser aktiv beim Stadtklub 77 in Weißwasser. Er überreichte dem SCC-Chef den sächsischen Dankesorden. Und von einem besonders "hässlichen" Hexenpaar gab es 1000 Narren-Euros für die Jubilare. In den Kostümen steckte niemand anders als der Krauschwitzer Bürgermeister Rüdiger Mönch mit seiner Frau Sabine. Die Überraschung war gelungen.

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