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Bildung
Mit Anna und Pi zu den Kulturplaneten

Talina, Neo, Collin, Kimberly und Piet (v.l.n.r.) und die anderen Kinder aus der Kita Zwergenland in Weißwasser haben Spaß bei der Reise in der Rakete zu den Kunstplaneten. Mit dabei sind die Figuren Anna und Roboter Pi.
Talina, Neo, Collin, Kimberly und Piet (v.l.n.r.) und die anderen Kinder aus der Kita Zwergenland in Weißwasser haben Spaß bei der Reise in der Rakete zu den Kunstplaneten. Mit dabei sind die Figuren Anna und Roboter Pi. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Fünfjährige aus der Kita Zwergenland erleben eine innovative Bildungsreise per Rakete. Von Gabi Nitsche

Die Welt mit Kinderaugen sehen und das für Lerneffekte  nutzen – das scheint beim Bildungsprogramm „wikilino“ zu funktionieren. Zumindest waren die neun Fünfjährigen aus der Weißwasseraner Kita Zwergenland am Dienstagvormittag total begeistert. Hinter dem Namen steckt „wissbegierige Kinder lernen innovativ“.

Die Ideen für dieses Programm sind im privaten Bereich geboren worden. „Wir sind alles Mütter und wissen, wie unsere Kinder ticken“, umschreibt es Mandy Keil aus Berlin, die für den Verein Momelino Workshops in Kitas und Grundschulen in die Tat umsetzt. „Wer gut zeichnen kann, hat oft Probleme mit Zahlen. Wir zeigen, wie beides miteinander verknüpft werden kann.“

Ava, Emil, Helene, Talina, Neo, Collin, Kimberly und Piet waren voll dabei, als sie Mandy Keil einlud zu einer Reise mit der Rakete. Mit an Bord waren Anna, das künstlerisch angehauchte Mädchen, und Pi, der Roboter, der auf Zahlen, Computer und Experimente steht, aber mit Kunst und Kultur nichts am Hut hat. Ab ging die Reise ins Weltall zu den verschiedensten Planeten. „Das Besondere ist, wir müssen Aufgaben erfüllen auf dieser Reise und helfen so Anna und Pi“, erklärt Mandy Keil. Die Kinder jubeln, denn als Arbeitshilfe steht ein Tablet zur Verfügung. Mandy Keil hält den Finger an den Mund und fragt die muntere Ava, was das bedeutet. „Na pssst“, ja, leise sein. Und was macht man in der Schule? „Man meldet sich.“ Kimberly schlägt vor: „Du musst ein Kind aussuchen, und dann kann es ausreden.“ Super Vorschlag.

Erstes Ziel ist der Ich-Planet. Ich-Planet? Ja, jeder Mensch ist einzigartig und etwas ganz Besonderes. „Emil, gibt es Dich noch einmal?“ Nein, sagt der Junge und lacht. Ava weiß aber, dass es noch andere Kinder mit dem gleichen Namen gibt und teilt das gern mit. Auch ohne schon lesen zu können, erkennen die Fünfjährigen sofort, wer dort wohnt: Zahlen wie die Eins. Auf dem Planet kann jeder etwas Besonderes. So wie Piet, der gern malt, aber beim Fußballspielen nicht so gut sei, erzählt er. Mandy Keil hat mit dem Tablet Bilder an die Wand gezaubert. Einige Rahmen sind leer, andere mit Fotos versehen. Zum Beispiel erkennen die Kinder Kita-Leiterin Katrin Thöns und Erzieherin Heike Seglitz. „Was kann denn die Heike besonders gut?“, fragt die Workshop-Leiterin. „Aufpassen“, ruft ein Kind. Aus den Kleinen sprudelt es nur so heraus, wer bei ihnen zu Hause aus Bilderrahmen lächelt, weil sie etwas Besonderes für die Familie sind: Hund Benny, Mama und Papa und eben sie selbst.

Mandy Keil brachte für die Kinder auch das Bodenklavier mit.
Mandy Keil brachte für die Kinder auch das Bodenklavier mit. FOTO: Gabi Nitsche

An diesem Vormittag machen die Kinder mit Anna und Pi noch Station auf weiteren Kulturplaneten und erleben spannende Abenteuer und kommen dabei mit naturwissenschaftlichen Themen aus den Bereichen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik in Berührung. Wenn diese auf kulturelle Dinge stoßen, lockt das die Mädchen und Jungen, sie sind kreativ und denken, wie man gern sagt, auch mal um die Ecke.

Kita-Leiterin Katrin Thöns war von Anbeginn überzeugt von dem Bildungsprogramm, als sie im Oktober angerufen und gefragt wurde, ob sie Interesse habe. „Die Verknüpfung der so genannten Mint-Fächer mit Kunst – das ist durchaus eine Sache, die zu fördern ist.“ Die Kita hole sich dafür auch externe Anbieter ins Haus. Das Konzept, von dem der Momelino-Verein sagt, es kombiniert kreative, erzählende Elemente mit digitalen Inhalten, passe nach Auffassung der Kita-Leiterin.

Die Stiftung Lausitzer Braunkohle hat „wikilino“ mit 10 000 Euro unterstützt. Das technisch und naturwissenschaftlich orientierte Programm entspreche dem Anliegen der Stiftung, erklärt Thomas Penk, Mitglied des Stiftungsvorstandes. Die Kinder würden auf innovative Art gefördert. Neben dem Zwergenland erlebte die Kita Pfiffikus in Schleife das Programm.

Auf der langen Reise zu den Planeten werden auch Pausen gemacht, damit der Körper wieder in Schwung kommt. Ava, Emil und Helene und den anderen Fünfjährigen gefällt das sehr.
Auf der langen Reise zu den Planeten werden auch Pausen gemacht, damit der Körper wieder in Schwung kommt. Ava, Emil und Helene und den anderen Fünfjährigen gefällt das sehr. FOTO: Gabi Nitsche