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| 15:20 Uhr

Aus dem Gericht
Mit 2,23 Promille an der Polizei vorbeigeradelt

Weißwasser. Ein Weißwasseraner wird zu Arbeitsstunden verurteilt. Von Christian Köhler

Mit 2,23 Promille, so Jugendrichterin Sybille Adamsky am Weißwasseraner Gericht, „ist ein sicheres Gehen eigentlich nicht mehr möglich“. Martin K.* aber ist derart alkoholisiert an einem warmen Juniabend in diesem Jahr mit seinem Fahrrad durch Weißwasser geradelt. Mehr noch, am Polizeirevier soll er vorbeigekommen und die Aufmerksamkeit der Beamten zunächst „nur“ auf sich gezogen haben, weil er kein Licht am Rad hatte. Dann freilich ist auch die „Schlängellinienfahrt“ bemerkt worden, die dann schließlich zur Kontrolle des 19-jährigen K. führte.

Der hatte sich nun vor dem Jugendgericht in Weißwasser zu verantworten. „Es ist keine Konfliktlösung, bei Problemen zu trinken“, mahnt ihn die Richterin. Das nämlich habe der junge Mann als Grund angegeben, an jenem Abend alkoholisiert mit dem Drahtesel unterwegs gewesen zu sein. Auch die Jugendgerichtshilfe, die bei Vergehen von Heranwachsenden stets hinzugezogen wird, wies auf die fehlende Konfliktlösungsstrategie bei K. hin.

In ihrer Urteilsbegründung hebt Sybille Adamsky darauf ab, „dass hier noch einmal das Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt und Sie als erzieherische Maßnahme 40 Arbeitsstunden zu leisten haben“, sagt sie K. Der muss sich darüber hinaus drei Terminen bei der Suchthilfe in Weißwasser stellen, um bessere Strategien für eine Problemlösung zu finden. „Und einen Termin haben Sie sich binnen einer Woche zu holen“, so die Richterin. Die Arbeitsstunden soll K* bis Ende des Jahres abarbeiten.

*Name geändert