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Millionen-Objekt nach neun Monaten abgeschlossen

Der Firmensitz der NEG, hier das Verwaltungsgebäude.
Der Firmensitz der NEG, hier das Verwaltungsgebäude. FOTO: rw
Weißwasser. Was hat der neue Firmensitz der Niederschlesischen Entsorgungsgesellschaft (NEG) mit einem Baby gemein? Die Zeit des Wachsens. Neun Monate hat es gebraucht, um einen Steinwurf vom alten Firmensitz entfernt den neuen zu errichten. Regina Weiß

Am Freitagnachmittag ist das neue Verwaltungsgebäude samt neuer Werkstatt im Beisein vieler Gäste eingeweiht worden.

Ilka Marx, die Assistentin von Geschäftsführer Andreas Lysk, ist es, die den besonderen Vergleich zieht. Sie nutzt auch die Gelegenheit, um sich im Namen der Belegschaft bei ihrem Chef zu bedanken. Denn der Neubau habe schon Nerven gekostet. Zwar habe alles geklappt, aber nicht immer beim ersten Mal. Außerdem seien zig Sachen zu organisieren gewesen.

Andreas Lysk fühlt sich bei diesem Dank sichtlich unwohl. Dabei hat auch er jede Menge Lob verteilt. Ohne die Entscheidung von Gesellschaftern und Aufsichtsrat wäre es nie zum Neubau gekommen. Am 3. Mai 2016 wurde dafür grünes Licht gegeben. "Das zeugt auch vom Vertrauen der Gesellschafter in uns", ist sich Lysk sicher. Er kann ferner berichten, dass der Zeitplan für den Neubau eingehalten wurde, auf der Baustelle kein Unfall passiert ist und auch der Kostenrahmen nicht überschritten wurde. "Die drei Punkte kann man ja nicht unbedingt von jeder Baustelle sagen, ohne hier Namen zu nennen", so Lysk. Die verbauten 1,1 Millionen Euro haben erheblich zur Wertschöpfung in der Region beigetragen. Denn fast hundert Prozent der Aufträge sind hier geblieben. Firmen von Sagar bis Kringelsdorf, von Weißwasser bis Schleife hatten auf der Baustelle zu tun. Sie alle haben dazu beigetragen, dass sich die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der NEG deutlich verbessern. Das fängt bei hellen Büros und ordentlichen Aufenthaltsräumen an und hört bei der Garderobe mit Trocknung für die Dienstbekleidung der Autobesatzungen auf.

"Wer kein gutes Umfeld bieten kann, dem wird es künftig sehr schwerfallen, seine Mitarbeiter zu begeistern", erklärt Norbert Rethmann, Seniorchef des Gesellschafters Remondis. Und schließlich brauche die Branche gute Mitarbeiter, denn sie werde in zehn bis 20 Jahren vergleichbar sein mit Automobil- oder Chemieindustrie. "Wir leben von guten Ideen, was man aus Abfall machen kann, außer ihn zu verbrennen." Und das weltweit.

Privates Know-how und öffentliches Interesse sind für die NEG das Erfolgsrezept der Vergangenheit und Zukunft, findet Andreas Lysk. Landrat Bernd Lange (CDU) - der Landkreis Görlitz hält 51 Prozent - sieht das genauso und bescheinigt dem Unternehmen, dass mal zur Abfallwirtschaft der Stadt gehörte und später Eigentrieb des Kreises war, einen stabilen Zustand.

59 Mitarbeiter, davon sechs in der Verwaltung, sind in Weißwasser (mit Kompostierungsanlage) und am Standort Niesky beschäftigt. Rund 20 000 Tonnen Abfall jeglicher Art werden durch die NEG im Jahr eingesammelt.