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| 15:07 Uhr

Bilanz und Ausblick
Millionen-Investitionen im Jubiläumsjahr

 Am 1. Februar sollen die Wohnungen von der WBG an die Mieter in der Teichstraße 18 übergeben werden.
Am 1. Februar sollen die Wohnungen von der WBG an die Mieter in der Teichstraße 18 übergeben werden. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser nimmt die nächste Komplexsanierung in Angriff. Von Regina Weiß

In diesen grauen Wintertagen ist die Teichstraße 18 ein richtiger Lichtblick. Das Gesicht des Hauses hat sich in den letzten Monaten total verwandelt. Noch ist es eine Baustelle. Doch eine im Endspurt. Baulich gestartet ist sie im vergangenen Jahr und war mit 1,8 Millionen Euro die größte Einzelinvestition im Rahmen der Rekordbausumme von über sechs Millionen Euro der Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser GmbH (WBG). Vor wenigen Tagen hat das Haus einen wichtigen Test bestanden. Nach dem Blower-Door-Test (Luftdichtigkeitsmessung) kann ihm ein guter Neubauwert attestiert werden, weiß WBG-Geschäftsführerin Petra Sczesny zu berichten.

Derzeit geben sich im Innenbereich die Handwerker die Klinke in die Hand. Die Entscheidung zum Anbau der Balkone fällt wetterabhängig. „Ab dem 1. Februar stellen wir unseren Mietern die Wohnungen zur Verfügung“, erzählt Petra Sczesny. Die 1140 Quadratmeter Wohnraum verteilen sich auf 13 Wohnungen. Die Nachfrage nach ihnen war groß. Zwölf neue Mieter konnte die WBG mit diesem Angebot an sich binden.

Dreister Diebstahl

„Wir lieben Herausforderungen“, so die WBG-Chefin. Die Teichstraße 18 war definitiv eine. Und das von Anfang an. Allein das Thema Fahrstuhlschacht hatte es in sich. Teilweise waren bis zu 50 Mitarbeiter von 25 Firmen gleichzeitig auf der Baustelle. Wenn es nach Petra Sczesny gegangen wäre, dann hätte sie auf die 25. Firma gern verzichten können. Bei der handelt es sich nämlich um den Wachschutz. Doch dreiste Diebstähle und auch Graffitisprayer machen den Einsatz notwendig.

 Beim „Kletterblock" Prof.-Wagenfeld-Ring 69 bis 62  hat die WBG eine besondere Giebelgestaltung gewählt. Diesmal hat sie statt Malerei auf Metall gesetzt. Kletterer „bewegen“ sich nach oben.
Beim „Kletterblock" Prof.-Wagenfeld-Ring 69 bis 62 hat die WBG eine besondere Giebelgestaltung gewählt. Diesmal hat sie statt Malerei auf Metall gesetzt. Kletterer „bewegen“ sich nach oben. FOTO: Regina Weiß

Ohne Luft zu holen, ist die WBG nun ins Jahr 2019 gestartet. Es ist ein Jubiläumsjahr. Das kommunale Wohnungsbauunternehmen, an dem Weißwasser, Schleife und Boxberg Anteile halten, feiert im April seinen 70. Geburtstag. Für die entsprechenden Geschenke sorgt man selbst, indem weitere Sanierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht werden. Mit 5,8 Millionen Euro steht die Investitionssumme nur knapp unter dem Rekordwert vom vergangenen Jahr. Dafür setzt die WBG 3,7 Millionen Eigenmittel ein. Zwei Millionen wird sie als Darlehen aufnehmen. „Außerdem gibt es noch bescheidene 98 000 Euro an Fördermitteln.“

Wohnen auf dem Dach

Das größte Projekt ist die Komplexmaßnahme Prof.-Wagenfeld-Ring 92 bis 97. Dort wird die Ausschreibung vorbereitet. Geplant ist, einen Teilrückbau des Hauses vorzunehmen. Von den 80 vorhandenen Wohnungen sollen 22 verschwinden. „Wir wollen im April starten“, erklärt Petra Sczesny. Fahrstühle werden dort eingebaut und der Plan ist, zwei Dachgeschosswohnungen entstehen zu lassen. Allein 2,1 Millionen Euro sind für dieses Objekt vorgesehen.

Mit dem Freizeitpark 4 soll nach der 5 im vergangenen Jahr nun das nächste Würfelhaus angepackt werden. Es geht auch diesmal um die energetische Sanierung und den Einbau eines Fahrstuhls. Bei der farblichen Außengestaltung hat man in dem Wohnbereich wieder etwas Neues ausprobiert. Rund um die Fenster wurden die Farben beim Freizeitpark 4 so aufgetragen, dass man einen 3D-Effekt hat.

Ebenfalls im Plan für 2019 steht, die Außenanlagen im Prof.-Wagenfeld-Ring an den Sportpark der Stadt auf der anderen Straßenseite anzupassen. „Wir wollen dort schon ein paar Marken setzen“, kündigt Petra Sczesny an.

Klettern an der Hauswand

Wobei die WBG ja schon für ein paar Hingucker in dem Bereich gesorgt hat. Der Hockeyblock ist der eine. Daneben ist aus den Aufgängen 59 bis 62 der Kletterblock geworden. Über die Fassade verteilt sind Griffe, wie sie auch an einer künstlich geschaffenen Kletterwand zu finden sind. Derzeit haben dort noch die Maler das Sagen. Aufgegriffen wurde bereits ein Hinweis der Mieter, die den Giebel des Kletterblocks zu kahl fanden. Nun schwingen sich dort zwei Kletterer zu ungeahnten Höhen auf. Petra Sczesny freut sich, damit wieder etwas Besonderes für Weißwasser geschaffen zu haben.

Hinter ihr und dem Team liegt ein ereignisreiches und gutes Jahr, aber auch eins, was mit einigen Schwierigkeiten aufgewartet hat. „Die Rahmenbedingungen werden nicht leichter.“ Das fängt mit der Datenschutzgrundverordnung und anderen bürokratischen Hürden an, setzt sich bei der unglaublich angespannten personellen Situation im Unternehmen fort und hört bei den Firmenkapazitäten auf.

Das führte zum Beispiel dazu, dass es zu wochenlangen Verzögerungen auf den Baustellen kam. So zum Beispiel beim Einbau der Fahrstühle im Wagenfeld-Ring 30 bis 33 oder im Albert-Schweitzer-Ring 23/25. Doch das halte das Unternehmen nicht davon ab, weiterhin auf sportliche Zielstellungen bei seinen Baumaßnahmen zu setzen, versichert die WBG-Chefin Petra Sczesny.