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Siemens und Bombardier
Menschenkette gegen Jobabbau in Görlitz

Tausende demsonstrieren am 29.11. in Görlitz für die Erhaltung der Standorte von Siemens und Bombardier in der Oberlausitz.
Tausende demsonstrieren am 29.11. in Görlitz für die Erhaltung der Standorte von Siemens und Bombardier in der Oberlausitz. FOTO: Danilo Dittrich
Görlitz. Mit einer Menschenkette und lautstarken Protesten in der Stadt haben am Mittwoch Mitarbeiter von Siemens gegen die Schließung ihres Werkes demonstriert. Unterstützt wurden sie von den Bombardier-Angestellten.

Rund 2500 Menschen haben am Mittwoch in Görlitz gegen die geplante Schließung des Siemens-Werkes und den Stellenabbau beim Schienenfahrzeughersteller Bombardier protestiert. Nach Angaben der IG Metall Ostsachsen formierte sich zwischen beiden Werkstoren eine etwa einen Kilometer lange Menschenkette. „Es geht hier nicht mehr um einzelne Betriebe, sondern um das Schicksal einer ganzen Region“, sagte der Gewerkschaftsfunktionär Philipp Singer. Unter anderen hätten die Bundestagsabgeordneten Caren Lay (Linke) und Thomas Jurk (SPD) zu den Demonstranten gesprochen. Auch der parteilose Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege warnte vor einem Ausbluten der Stadt.

Nach dem Willen der Linken soll sich der Landtag mit der Situation in Görlitz befassen. Eine entsprechende Debatte wollen die Linken für die Plenarsitzung am 13. Dezember beantragen. „Siemens will trotz voller Auftragsbücher vor Ort mehr als tausend Menschen in Görlitz und Leipzig um ihre Arbeitsplätze bringen – deshalb muss der öffentliche Druck für einen Erhalt der Siemens-Standorte in Sachsen erhöht werden“, erklärte Fraktionschef Rico Gebhardt. Siemens versuche, im Schatten der bundespolitischen Hängepartie um die Regierungsbildung vollendete Tatsache auf Kosten sächsischer Regionen zu schaffen: „Das dürfen wir nicht zulassen.“

Siemens hatte Mitte November über seine Planungen informiert, die Werke in Görlitz und in Leipzig zu schließen. Hintergrund ist nach Konzernangaben eine sinkende Nachfrage nach großen Gas- und Dampfturbinen. Die IG Metall hat massiven Widerstand angekündigt.

(dpa/bob)