ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:03 Uhr

Kommentar
Zahlen auf den Tisch!

Torsten Richter-Zippack
Torsten Richter-Zippack FOTO: Steffen Rasche
Rund 40 Schafe und Ziegen sind nach jetzigem Stand unweit des Dörfchens Tauer von vier Wölfen gerissen worden. Die Schafhalter von der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz hatten alles richtig gemacht. Von Torsten Richter-Zippack

Der Zaun war so hoch und stromführend, wie von Experten empfohlen. Dennoch haben es die Graupelze geschafft, auch diese Barriere zu überwinden. Was nun, nachdem sich Ärger und Schmerz langsam legen? Unangemessen wäre es allerdings, jetzt gleich die Flinte aus dem Schrank holen zu wollen, um aus Rache die Angreifer zu dezimieren. Stattdessen müssen endlich verlässliche Zahlen auf den Tisch. Wie viele Wölfe verträgt die Lausitz eigentlich? Bewegen sich die aktuell 17 Wolfsterritorien in den Landkreisen Görlitz und Bautzen noch im normalen Rahmen, oder sind es bereits viel zu viel? Warum gibt es dazu trotz mittlerweile jahrzehntelanger Forschung in der Region noch immer keine verbindlichen Aussagen? Warum scheut sich die Politik um entsprechende Zahlen ebenso wie um das Ausstiegsdatum aus der Lausitzer Braunkohle? Warum kann ab einer bestimmten Grenze nicht einfach ein Schlussstrich gezogen werden? In der Bevölkerung wächst indes das Unbehagen vor Isegrim. Immer mehr holt die Realität die Lehrbuchmeinungen ein. Warum, so fragen sich viele Lausitzer zu Recht, wird dem Wolf im Naturschutz eine Sonderrolle zugesprochen. Quasi als unantastbares, ja geradezu göttliches Wesen. Zumal die Lausitz, das sollte nicht vergessen werden, trotz manch fast menschenleerer Gegenden im Vergleich zu Skandinavien, Rumänien und den Weiten Russlands noch immer ein dicht besiedeltes Gebiet ist. Wir brauchen endlich belastbare Daten und genauso ein zügiges, entschlossenes Handeln!