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| 23:17 Uhr

Wort zum Sonntag
Impulse zum Besseren

 Superintendent Dr. Thomas Koppehl. 
Superintendent Dr. Thomas Koppehl.  FOTO: LR / privat
Was halten Sie von folgenden Vorschlag: Ab heute versuche ich nicht allein, denen gegenüber freundlich zu sein, die freundlich zu mir sind, sondern auch gegenüber den Unfreundlichen. Das hört sich radikal an, ist aber eigentlich nur konsequent, denn andernfalls verstricke ich mich in lauter Widersprüche.

Wenn ich nur zu den Freundlichen freundlich sein will und über die Unfreundlichen schimpfe oder ihnen vorwerfe, dass sie unfreundlich sind, dann bin nicht besser als sie. Ich verurteile, was ich selbst tue. Ich verurteile die Unfreundlichkeit anderer und bin doch selbst unfreundlich. Ich verurteile die Intoleranz anderer und bin doch selbst intolerant. Ich verurteile, dass andere mich verurteilen, und bin doch selbst einer, der verurteilt. Denn auch diejenigen, die mir gegenüber unfreundlich, intolerant und verurteilend sind, werden mit Sicherheit ihre eigenen Freunde haben, zu denen sie freundlich, tolerant und großzügig sind.  Jesus hat diesen verbreiteten Widerspruch in seiner berühmten Bergpredigt aufgedeckt als er seinen Jüngern die Feindesliebe empfohlen hat. Da sagt er zu ihnen: Wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Immer wenn meine Freudlichkeit ihren Grund nur in der Freundlichkeit anderer hat, reagiere ich bloß. Von mir gehen keine Veränderungsimpulse zum Besseren aus. Wenn es besser werden soll mit uns in all unseren Konflikten und Schuldzuweisungen, dann sollten wir dem Ratschlag Jesu folgen und vom bloßen Reagieren zum eigenen Agieren finden.

Ab heute versuche ich also erste Schritte zu gehen: Ich bin da freundlich, wo andere unfreundlich sind. Vielleicht zeigt das Wirkung. Ich bin da tolerant, wo andere intolerant sind. Vielleicht wird der Ton im Gespräch besser. Ich bin da großzügig und geduldig, wo mein Gegenüber mich verurteilt. Vielleicht öffnet sich eine Tür zum besseren Verständnis. Diesem Weg hat Jesus den Beistand Gottes versprochen. Je mehr wir ihn einüben, desto besser wird es uns selbst dabei gehen.