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| 16:34 Uhr

Kolumne
Von der Hoffnung, die Zeit zu nutzen

Christian Köhler
Christian Köhler FOTO: LR / Sebastian Schubert
Dass in Weißwasser nichts passiert – wie immer öfter von einigen behauptet –, davon kann eigentlich keine Rede sein. Mutig haben sich die Verantwortlichen für einen Kita- und Hort-Neubau entschieden. Von Christian Köhler

In Sachen Sporthallen und Straßen hat sich in Weißwasser einiges zum Positiven entwickelt. Käme der berühmte große Knall und man wäre plötzlich im Jahr 1990, einige würden sich ungläubig umsehen.

Das alles bedeutet aber nicht, dass nicht genügend offene Fragen auf das Gemüt drücken würden: Da wären beispielsweise fehlende Grundsatzentscheidungen zum Freizeitpark, zum Jahnbad, zu Feuerwehrstandorten, zum Volkshaus oder zum Gelände der Schnitterbrauerei. Da fehlen Orte für Jugendliche, sich selbst zu verwirklichen, Anlaufpunkte für alle Generationen, sich ins Stadtgeschehen einzubringen. Da sind Fragen, was aus der ehemaligen Glasfachschule werden wird, wie die Innenstadt neu belebt werden kann, damit in die Geschäfte wieder Leben einzieht. Ganz zu schweigen von dem Problem, wie die Stadt neue Einnahmequellen genieren kann, um wieder aus den roten Zahlen herauszukommen. Es fehlen Brücken, über die die geteilte Stadt und der uneins wirkende Stadtrat nach der Oberbürgermeisterwahl 2017 zueinander finden können.

Angesichts dieser Problemstellungen darf es schon verwundern, dass bei der Stadtratssitzung am Mittwoch ganze zwei Beschlüsse auf der Tagesordnung stehen. Gesprächsbedarf gäbe es doch sicher genug – nicht nur in Sachen Verzicht auf Weihnachtsbäume. Gerade letztere Entscheidung hat die Weißwasseraner mächtig erzürnt. Irmtraut Hänel aus Weißwasser etwa ärgert das wiederum: „Warum macht niemand einen Vorschlag, was man machen kann, anstatt nur zu meckern“, sagt sie der RUNDSCHAU am Telefon. Mit dem Oberbürgermeister wolle sie dieser Tage nicht tauschen, weiß sie doch um die Komplexität der Probleme. Anders sieht das Ulrich Hoffmann aus Weißwasser. „Man kann nicht nur abreißen, um Geld zu sparen“, sagt er. Gerade der Freizeitpark hat es ihm angetan. „Andere Städte beneiden uns um so einen Park“, so sein Fazit. Gerade den Stadtrat sieht er in der Pflicht. „Da sollten endlich junge Menschen rein, die neuen Schwung bringen“, ist er sich sicher.

Am Mittwoch nun bleibt wohl die Hoffnung, dass die Zeit genutzt wird, um endlich über Grundsätzliches zu sprechen. Denn auch wenn man keine finanziellen Mittel hat, kann man doch für Ziele eintreten und um die besten Visionen für Weißwasser streiten.