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| 18:53 Uhr

Kommentiert
Es geht nicht mehr um die Sache

Gabi Nitsche
Gabi Nitsche FOTO: DC / M. Behnke
Blitz und Donner waren am Mittwochnachmittag die passenden Begleiter der Ratssitzung in Weißwasser. Denn im Lesesaal der Stadtbibliothek herrschte eine ebenso finstere Stimmung, es krachte gewaltig und hagelte Kritik beim Thema Haushaltsstrukturkonzept.

Als Beobachter hatte man das Gefühl, es geht längst nicht mehr um die Sache, sondern ums Kräftemessen, um persönliche Befindlichkeiten. Ich gehe sogar einen Schritt weiter: Es hat den Anschein, als würden einige Räte die Mitarbeit an dem notwendigen Konzept verweigern. Anders lässt sich das, was in öffentlichen Sitzungen zu erleben ist, nicht werten. Der Gutachter hat Einsparpotenziale aufgezeigt. Die Verwaltung hat das abgeglichen mit der Realität (Tarife, gesetzliche Erfordernisse wie Zuschüsse vom Kulturraum nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden...). Dabei wurden auch die mit früheren Beschlüssen des Stadtrates getroffenen Entscheidungen und deren Folgen berücksichtigt. Zum Beispiel die Übernahme der Eisarena durch die Stadt oder der Brandschutzbedarfsplan. Mit beiden sind auch Personalausgaben politisch entschieden worden. Und wenn die Räte jetzt der Meinung sind, im Wirtschaftshof, in Bibliothek und Schwimmhalle, im Museum ... arbeiten zu viele, dann raus mit der Sprache und mit offenem Visier fordern, Mitarbeitern zu kündigen, Öffnungszeiten zu kürzen. Mit Namen und Adresse. Sich hinter der fortwährenden Forderung nach einem Personalentwicklungskonzept zu verstecken, das geht gar nicht. ⇥Gabi Nitsche