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| 15:23 Uhr

Kommentar
Erst Graben, dann schnell Surfen

 Christian Köhler
Christian Köhler FOTO: LR / Sebastian Schubert
Weißwasser. Hinterherinken ist für die Telekom kein Fremdwort. Um schnell Geld zu machen, hat die damalige rot-grüne Bundesregierung die UMTS-Rechte im Mobilfunk für schlappe 99,3682 Milliarden DM „verscherbelt“.

Knapp 17 Milliarden DM hatte im Jahr 2000 allein T-Mo­bile auf den Tisch gelegt. Ausgezahlt hat sich das damals für sie nicht. Heute fehlt offenbar dem „T“-Konzern das Geld für den Breitbandausbau. Denn die großen Konkurrenten des einst staatlichen Unternehmens – die ebenfalls einst staatlichen Kabelnetzbetreiber – bieten längst über das Fernsehkabel schnellere Verbindungen ins eigene Heim. Um mitzuhalten, hat die Telekom auf Vectoring gesetzt – heißt, Glasfaserkabel kommen so weit wie möglich ans Haus und von der Straße geht die Netzverbindung dann über die alten Kupferleitungen weiter. Trotz dieser Sparvariante zieht sich der Ausbau aber nicht nur in Weißwasser hin. Denn Tiefbau muss sein, ob es einem gefällt oder nicht. Da mag man gleich noch einmal den Kopf schütteln, wenn man weiß, dass „Vectoring“ irgendwann auch nicht mehr ausreicht. Und wenn dann das „Super-Vectoring“ kommt und nicht mehr ausreicht, muss wieder gebuddelt werden. Insofern sollten sich vielleicht die Versprechen der Politik und der Unternehmen etwas realistischer gestalten. Frei nach dem Motto: Erst graben, dann surfen. Und nicht Surf-Versprechen machen und dann keinen zum Graben finden.