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| 15:53 Uhr

Kommentar
Der Freistaat kann sich’s aussuchen

 Christian Köhler
Christian Köhler FOTO: LR / Sebastian Schubert
Weißwasser. Dass der Weißwasseraner Stadtrat bei seinem Hilferuf nicht mit einer Stimme spricht, setzt eine lange Reihe von ungelösten Konflikten fort. Gleichzeitig aber wirkt es wenig glaubwürdig, wenn die einen sagen, es gibt nichts mehr zu sparen, und die anderen behaupten, es gebe zu sparen. Von Christian Köhler

Es ist schon bemerkenswert, wie unterschiedlich die Interpretationen sind: Während ein Teil des Weißwasseraner Stadtrates die Landesregierung in der Pflicht sieht, Weißwasser aus der Patsche zu helfen – tatsächlich hat die Stadt nicht den Kohle- oder Atomenergieausstieg zu verantworten – will der andere Teil des Rates erkennen, „das Weißwasser seine Hausaufgaben nicht gemacht hat“. Erstaunlich dabei: Genau der Teil des Rates, der auf die Erfüllung der „Hausaufgaben“ besteht, besitzt das Parteibuch der jetzigen CDU-SPD-Regierung im Freistaat. Ob sich die Annahme noch erfüllt, man würde die „Parteikontakte für Hilfen nutzen“, bleibt abzuwarten. Obwohl, eigentlich wäre dafür ja schon seit Jahren Zeit gewesen.

Sei es drum: Das Signal, was nach Dresden gesandt wird, ist: Man ist sich in Weißwasser nicht einig. Die einen wollen sparen, die anderen sagen, es geht nichts mehr zu sparen. Der Freistaat – Michael Kretschmer in persona – kann sich da wohl aussuchen, wer Recht hat? Die Antwort wird ausfallen wie immer: „Wir prüfen das.“ – und nichts weiter.

christian.koehler@lr-online.de