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Eissport
Meilenstein für Hockeytown

Die Nachwuchs-Spieler vom ESW bedanken sich.
Die Nachwuchs-Spieler vom ESW bedanken sich. FOTO: Regina Weiß / LR
Weißwasser. Neue Wohneinheiten für Nachwuchs-Spieler des ES Weißwasser sind einzugsbereit. WBG übergibt Schlüssel.

Seinen Namen hat der Block im Prof.-Wagenfeld-Ring nun weg. Es ist der Eishockey-Block von Weißwasser. Nicht zuletzt wegen des überdimensionalen Wandbildes eines Füchse-Spielers, der am Giebel übers Eis gleitet. Seit Freitag hat der Name einen zweiten Grund. Die Wohngemeinschafts-Räume für die Nachwuchs-Cracks des Eissport Weißwasser (ESW) sind übergeben worden. Symbolisch gibt es einen großen Schlüssel für Bernard Stefan, Vorstandsvorsitzender des ESW, und das Durchschneiden des Bandes. Doch bevor es soweit ist, bittet Petra Sczesny, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser (WBG), die Herren des Vorstandes zur Unterschrift. Gemeinsam wird der Mietvertrag unterzeichnet. Nicht ganz unwichtig, muss doch alles seine Richtigkeit haben, damit die Miete auch fließen kann.

„Es ist ein großer Meilenstein für Hockeytown“, lobt Dirk Rohrbach, Geschäftsführer des EHC, die Investition der WBG. Wenn Ideen mit Willen und Leidenschaft gepaart werden, dann können sich auch die Resultate sehen lassen, erklärt er. Man müsse dabei an die nächsten Jahre denken. Dabei blickt Rohrbach erst einmal zurück in seine eigene Vergangenheit. 1976 stand er das erste Mal auf Schlittschuhen. Bis 1984 durchlief er sämtliche Nachwuchsmannschaften. „Wir hatten damals wunderbare Bedingungen bei Dynamo“, so Rohrbach. Diese besondere Form der Nachwuchsförderung brauche man, und man brauche auch auswärtige Talente, um junge Spieler an den Profibereich heranzuführen. Zwei Zahlen sprechen da für sich: 1991 hatte Weißwasser noch rund 16 000 Jugendliche bis 16 Jahre, derzeit sind es noch 2100.

„Hier sind Räume entstanden, in denen sich die Jugendlichen echt wohlfühlen können. Das ist ja  auch ganz wichtig“, findet Füchse-Gesellschafter Wolfgang Stiehler. In dieses Lob stimmen Freitag beim Tag der offenen Tür viele ein, die sich im Aufgang 74 umsehen. „In 14 Tagen ziehen die ersten ein“, weiß ESW-Vorstand Jan Garreis. 15 Nachwuchs-Sportler sind es, Platz ist für 18. Sie verteilen sich auf fünf Wohneinheiten. Ferner gibt es Gemeinschaftsräume und eine Wohnung für einen Trainer, erklärt Bernard Stefan.

Dass ein solches Projekt, das sonst nur in großen Städten möglich ist, auch in Weißwasser funktioniert, lobt Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). „Das zeigt mir wieder, wenn sich Leute zusammenfinden und gemeinsam ein Ziel verfolgen, dass Dinge geschehen, die unmöglich erscheinen.“

Die Idee mit einem Internat liege dabei schon über zwölf Jahre zurück. Die Vision wurde dann vor gut einem Jahr mit konkreten Planungen untersetzt. Die WBG hatte bereits vorher festgelegt, den Block in seiner Höhe zu reduzieren. Aus 100 sind nun 60 Wohnungen geworden. Eine Herausforderung, aber der man sich gern gestellt habe, unterstreicht Petra Sczesny. Rund 1,9 Millionen Euro werden bis Mitte November verbaut sein. Bis dahin laufen noch die Umbauarbeiten in den Wohnungen und die Arbeiten an den Außenanlagen. Eine Musterwohnung können sich Interessierte aber schon jetzt anschauen. Petra Sczesny freut sich, wenn sie die Frage hört, ob noch eine Wohnung im Hockeyblock frei ist. Und sie schiebt hinterher: „Ich hatte den Mietern hier etwas ganz Besonders versprochen. Ich glaube, das ist uns gelungen.“ Besonders war auch die Zusammenarbeit mit den mehrheitlich regionalen Firmen. Hätten die sich nicht so ins Zeug gelegt, so die WBG-Chefin, dann wäre das Ganze in der Rekordbauzeit von sechs Monaten nicht zu schaffen gewesen.

Dirk Rohrbach, OB Torsten Pötzsch, Jürgen Hanke, Bernard Stefan und Petra Sczesny freuen sich über die Wohngemeinschaften für den Eissport-Nachwuchs.
Dirk Rohrbach, OB Torsten Pötzsch, Jürgen Hanke, Bernard Stefan und Petra Sczesny freuen sich über die Wohngemeinschaften für den Eissport-Nachwuchs. FOTO: Regina Weiß / LR