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Mehrere Initiativen in Weißwasser laufen parallel

Weißwasser. In Weißwasser ist vieles in Bewegung. Zahlreiche Vereine, Organisationen oder Initiativen aus der Bürgerschaft führen Projekte in der Stadt durch. Christian Köhler

Hinzu kommen Vorhaben der Stadtverwaltung oder der Träger der freien Jugendhilfe wie Impuls, Station Junger Naturforscher oder Garage - Orte der Soziokultur. Zwar werden durch die einzelnen Projekte jede Menge Gelder in die Stadt gespült, aber als Außenstehender den Überblick zu behalten, was es in Weißwasser alles für Vorhaben gibt, ist dann gar nicht so einfach.

Allein durch das EU-Projekt "Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier" (Biwaq) des Stadtvereins Weißwasser fließen bis 2018 insgesamt 1,7 Millionen Euro in die Stadt. Zudem werden dadurch einige Projekte angeschoben. Koordiniert wird Biwaq von einem leer stehenden Geschäft am Boulevard in Weißwasser. Erst im September 2016 während der Sommerakademie am Boulevard und den Ausstellungen von Designstudenten in Weißwasser wurde Biwaq in der Stadt sichtbar. Ein Teilprojekt von Biwaq wiederum ist "Perspektiven Weißwasser". Darüber werden Workshops oder auch der Händlerstammtisch initiiert.

Mit den Projektleuten von Biwaq arbeitet wiederum die Initiative Stadtgärtner eng zusammen. Ihr Ziel ist eine Begrünung der Stadt, öffentliche Gärten anzulegen und Obstbäume auf Brachflächen zu pflanzen. Erst am vergangenen Wochenende hatte "Obergärtner" Christian Hoffmann, Vorsitzender der Nabu-Regionalgruppe Weißwasser, einen Workshop organisiert. 2017 haben sich nämlich die Stadtgärtner vorgenommen, denen etwa 15 Aktive und neuerdings auch Stadtfinanzer Rico Jung angehören, Pflanzkästen in Weißwasser aufzustellen. Die werden von der Ausbildungsgesellschaft Rodig gebaut. Dazu wolle man, so Christian Hoffmann, noch mit Grundschulen und Kleingartenvereinen in Kontakt treten. "Auch eine Pflanztauschbörse am Farmerhaus (VKSK) am Brentanoweg ist für das Frühjahr geplant", sagt Christian Hoffmann.

An die Stadtgärtner herantreten möchte auch Angela Paulke von der Stadtverwaltung. Denn ein Projekt, das über den Europäischen Sozialfonds (ESF) laufen soll, beginnt ebenfalls in diesem Jahr mit der Stadtbegrünung. "Dort können Jugendliche sich ausprobieren, die vielleicht noch nicht wissen, was sie einmal werden wollen", erklärt Angela Paulke das Projektanliegen. Ob und inwieweit Robert Ehmann bei den Stadtgärtnern mitwirken kann, der bei "Ort schafft" ebenfalls mit der "Aktion Weißwasser" eine Begrünung von Brachflächen im Auge hat, müsse noch geklärt werden. Das jedenfalls wünscht sich Christian Hoffmann, wie er auf Nachfrage erklärt. Gleiches gilt dann wohl auch für die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB), die ebenfalls in Sachen Grünpflege beispielsweise im Freizeitpark unterwegs ist. Und eine Baumpaten-Aktion der Stadtverwaltung gibt es dann auch noch.

Bei einem anderen Thema bedarf es wohl ebenfalls einer engeren Abstimmung: beim "Ort schafft"-Projekt "Schwarzes Brett" von Luise Weißhaupt. Sie hat, wie Sebastian Krüger vom Stadtverein erklärt, zwar neue Mitstreiter für das digitale Angebot für Weißwasser gefunden, aber es fehle noch der Inhalt der App. Den wiederum könnten Anett Felgenhauer und Anja Holub liefern. Denn sie haben über die Robert-Bosch-Stiftung kürzlich den Neuland-Preis gewonnen und so Gelder für ihr eigenes Projekt "sichtbar WSW" bekommen.

Von der Kunstschmiede in der Schmiedestraße in Weißwasser aus tragen sie seit mehreren Wochen schon Informationen über Vereine, Veranstaltungen und Initiativen zusammen. Ziel ist es zu zeigen, was es in Weißwasser vom Sport- bis zum Kulturverein und Angeboten alles gibt. "Wir haben uns eher auf die Dekoration von leer stehenden Schaufenstern beschränkt und erst in einem letzten Schritt eine Internetpräsenz geplant", erklärt Anett Felgenhauer. Aber sie könne sich durchaus vorstellen, auf die Leute von "Ort schafft" zuzugehen, damit "nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen muss".

Weitere Projekte in Weißwasser werden über das ESF-Programm "Soziale Stadt" ins Leben gerufen. Auch hier ist das Ziel, innerhalb eines Stadtquartieres die Menschen näher zusammenzubringen und das Ehrenamt mit Mikroprojekten zu fördern, wie Angela Paulke von der Stadtverwaltung erklärt. Dabei gehe es um niederschwellige Angebote. Die ESF-Förderung dauert noch bis 2020 an. Als Quartiermanager in Weißwasser fungiert Frank Schwarzkopf.