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| 02:46 Uhr

Mehr Staub durch den Tagebau Reichwalde

Die Abraumförderbrücke F 60 im Tagebau Reichwalde ist derzeit nahe an Hammerstadt herangerückt.
Die Abraumförderbrücke F 60 im Tagebau Reichwalde ist derzeit nahe an Hammerstadt herangerückt. FOTO: Christian Köhler
Hammerstadt/Rietschen. Die Staubbelastung im Rietschener Ortsteil Hammerstadt am Rande des Tagebau Reichwalde hat sich geringfügig erhöht. Das teilt Oberberghauptmann Professor Dr. Bernhard Cramer vom Sächsischen Oberbergamt auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit. Betreiber Leag halte aber die Grenzwerte deutlich ein. Christian Köhler

"Mir hat eine Frau schwarze Blätter aus Hammerstadt gezeigt", berichtete Gemeinderat Bernd Hilke (Freie Wähler) im jüngsten Technischen Ausschuss der Gemeinde Rietschen. "Und sie erklärte, es komme vom Staub des Tagebaus." Die Belastung durch Feinstaub, so hätten es mehrere Hammerstädter dem Gemeinderat erzählt, habe kontinuierlich zugenommen. Das jedoch entspreche nicht den Erkenntnissen des Oberbergamtes, so Oberberghauptmann Bernhard Cramer auf Nachfrage.

Schon in Rietschens Stellungnahme zum Hauptbetriebsplan des Tagebaus Reichwalde für die Jahre 2017 bis 2020 sei eine zusätzliche Begrünung zwischen Hammerstadt und dem Kohleabbaugebiet gefordert worden, wie Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) erklärte. Diese soll die Feinstaubbelastung für die Anwohner mildern.

"Die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) betreibt am Tagebau Reichwalde ein mit dem Oberbergamt abgestimmtes Überwachungsmessnetz Staubniederschlag", erklärt Leag-Sprecher Thoralf Schirmer. Die Ergebnisse dieser übergibt der Bergbaubetreiber jährlich im Frühjahr dem Oberbergamt.

Und tatsächlich: Die Werte hätten sich in den vergangenen Monaten geringfügig erhöht, erläutert Bernhard Cramer vom Sächsischen Oberbergamt auf Nachfrage. Aus den vorliegenden Werten könne jedoch nicht auf eine signifikante Erhöhung der Staubbelastung geschlossen werden. "Die Werte liegen deutlich unter den zulässigen", sagt Bernhard Cramer.

Diese Tatsache sei technologisch bedingt und resultiere aus der gegenwärtigen Stellung des Förderbrückenverbandes in der Nähe von Hammerstadt. Exakte Messwerte für das vergangene Jahr liegen dem Oberbergamt noch nicht vor. Eine genaue Auswertung der gemessenen Daten könne erst nach dem 31. März erfolgen, hieß es.

Die jährlich zusammengestellten Messergebnisse können dann beim Sächsischen Oberbergamt, im Telearbeitszentrum Kamenz oder in der Gemeindeverwaltung Rietschen oder aber auch beim Bergbaubetreiber Leag selbst eingesehen werden.

Zum Thema:
Die Staubbelastung um den Tagebau Reichwalde wird vom Betreiber Leag gemäß der Festlegungen im Sonderbetriebsplan zum Immissionsschutz permanent überwacht. Am 31. März jedes Jahres übergibt der Tagebaubetreiber die immissionsschutzrechtliche Jahresbilanz an die Aufsichtsbehörde sowie die betroffenen Gemeinden mit dem Angebot, die Daten mit dem Gemeinderat zu erörtern, heißt es vom Oberbergamt.