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| 02:46 Uhr

Mehr als 1000 Semmeln am Tag

Uwe Beyer (l.) vom Backofenbau Rüger aus Zittau und Mike Trotzer von der Firma Miwe installieren den neuen Ofen.
Uwe Beyer (l.) vom Backofenbau Rüger aus Zittau und Mike Trotzer von der Firma Miwe installieren den neuen Ofen. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Weißwasser. Bäckermeister Maik Mersiovsky investiert in einen neuen Backofen für Weißwassers einzige noch verbliebene Bäckerei. In der kommenden Woche soll dieser in Betrieb gehen. Bis dahin bleibt aber noch viel Arbeit. Christian Köhler

Aus der Backstube von der Bäckerei Mersiovsky in der Berliner Straße in Weißwasser dringen lautes Klopfen und Hämmern an das Ohr der vorbeilaufenden Passanten. Drinnen wird geschraubt, geräumt und gearbeitet, was das Zeug hält. Handwerker und Bäckermeister Maik Mersiovsky hantieren am neuen Ofen der Bäckerei, der am Mittwoch geliefert wurde. "Wir haben unseren alten streicheln müssen, damit er noch bis zum Jahresende durchhält", begründet der 32-Jährige Inhaber die Anschaffung, die im oberen fünfstelligen Bereich liegt. Der neue Ofen sei energiesparend und dabei vom selben Fabrikatstyp wie der alte. "Wir ändern auch nichts an der Herstellungsweise unserer Waren", betont der Chef.

Normalerweise steht Maik Mersiovsky jeden Tag zwischen 0.30 und 1 Uhr in der Nacht auf. Bis nach 5 Uhr müssen täglich etwa 1000 Semmeln fertig sein, damit sie in die beiden Weißwasseraner Filialen und an verschiedene Lieferstellen ausgefahren werden können. "Wir beliefern das Krankenhaus, die Behindertenwerkstatt, den Konsum in Groß Düben oder auch die Tagesklinik in Weißwasser", erzählt er. Bis zum 9. Januar widmet er sich aber dem Umbau der Backstube - und muss nicht so früh aufstehen.

Ohnehin ist der Bäcker äußerst rührig. So engagiert er sich ehrenamtlich beim SV Blau-Weiß Kromlau als Vorstandsmitglied und Trainer einer Jugendmannschaft, ist begeisterter Eishockey-Fan der Lausitzer Füchse und steht als Lausitzer Sozialpate an der Seite vieler Unternehmer in Weißwasser, die sich für einen guten Zweck einsetzen. So habe er beispielsweise an einigen Wochenenden "Patenzöpfe" im Angebot, deren Verkaufserlöse gespendet werden. "Ich finde, das ist eine gute Sache. Sie hilft Menschen, denen es nicht so gut geht."

Seit Maik Mersiovsky 2008 mit 21 Jahren die Backstube von Lehmanns übernommen hat, habe sie sich gut entwickelt, sagt der Bäckermeister. Weil er nicht weg und am liebsten in Weißwasser bleiben wollte, habe er damals gern die Bäckerei übernommen. Beim Bäcker Helmut Lehmann hat Maik Mersiovsky seine Lehre gemacht, 2007 den Meister erfolgreich abgeschlossen. "Wir haben dann mit acht Beschäftigten begonnen und sind inzwischen 14." Dabei sei die Suche nach Personal in der Region alles andere als einfach, gibt er zu. "Trotzdem habe ich 2016 einen Lehrling fertig ausgebildet und übernommen", erzählt Maik Mersiovsky. Ohnehin beruhe der Erfolg des gesamten Unternehmens auf dem Team, "auf das ich mich felsenfest verlassen kann". Gern würde er wieder Lehrlinge ausbilden, allerdings wollen viele Jugendliche einerseits nicht mehr das Handwerk erlernen und andererseits "müssen in der heutigen Zeit auch die Eltern hinter dieser Berufswahl stehen." Denn zur Berufsschule geht es für Bäckerlehrlinge nicht mehr nur nach Görlitz, sondern auch nach Bautzen und Dresden.

Zum Thema:
Neben den Weißwasseraner Filialen in der Berliner Straße und der Bahnhofsstraße soll es vorerst keine neuen geben, sagt Maik Mersiovsky. Die Kapazität der Backstube lasse eine Erweiterung der Verkaufsstände nicht zu. Allerdings gäbe es genügend Angebote, die Mersiovsky jedoch dankend ablehnt. "Lieber klein, aber fein", gibt der Bäckermeister zu verstehen. Nach den Umbauarbeiten sollen die Verkaufsstände in Weißwasser wieder am kommenden Dienstag geöffnet werden.