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| 10:05 Uhr

Marcelinho & Co. ganz nah

Riesa.. Auf den ersten Blick war alles wie im Vorjahr. Die Übermacht der Dynamo-Fans links, der Energie-Block rechts. Doch nicht nur die Proportionen hatten sich verschoben. Frank Claus

Dynamos Fanblock war deutlich gewachsen, der Energie-Block um die Hälfte geschrumpft. Selbst Energie-Präsident Dieter Krein konstatierte: "Wie im Stadion, so auch hier." Aber er war Optimist: "Die Fans kommen wieder." Die Energie-Kicker haben das Ihrige dazu getan. Gleich zwei Siege zum Auftakt, eine knappe Niederlage im Halbfinale und ein heißen Fight im Spiel um Platz drei gegen Herthas Marcelinho & Co. Die Fans waren zufrieden und dennoch wesentlich ruhiger als sonst. Die Martinskirchener, die mit 45 Leuten angereist waren, darunter viele Energie-Fans, meinen: "Die ersten Spiele in der Rückrunde müssen gelingen, dann schaffen wir es." Mutig hatten sich die 38 Koßdorfer in Energie-schals zwischen die Dresdner gesetzt – klar, dass ihr Jubel verhaltener ausfiel. Vor allem die Dresdner wollten wohl mit der Energie-Vereinsführung ein Hühnchen nach dem Geyer-Rauswurf rupfen. Zusammengeknüllte Zeitungen und Toilettenpapier flogen in Richtung Krein.

Michael Preetz, der ehemalige Hertha-Stürmer, sah es mit gemischten Gefühlen. "Was zwischen den Ostclubs abgeht, ist nicht gut. Hertha jedenfalls hat ein Interesse daran, starke Ostclubs in beiden Ligen zu haben." Im RUNDSCHAU-Gespräch sagt er auch offen, was ihn noch ärgert: "Sie sehen doch, wie einige Vereine hier angereist sind. Hier sind 7500 zahlende Zuschauer, die haben das Recht, auch mal die Stars zu sehen."

Dennoch, "die Atmosphäre ist geil", finden die Fans aus Polzen und Friedrich Risse, der stellvertretende Vorsitzende des FSV Martinskirchen, hat nun auf seinem linken Jackenärmel auch das Autogramm von Energies Trainer Petrik Sander. Später holte er sich dann auch noch das von Energie-Präsident Dieter Krein. Der unterschrieb rechts. Da hatte im Vorjahr Ede Geyer auch seinen Namenszug hinterlassen.
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Interview: "Wir kommen wieder in ruhiges Fahrwasser"

Riesa. Dieter Krein hatte einen schweren Stand an der Bande in der Riesaer Erdgasarena. Dazu und über das bevorstehende Spiel in Dresden sprach Frank Claus mit dem Präsidenten des FC Energie Cottbus.

Es schien, als war es die späte Rache der Dynamo-Fans auf den Rauswurf von Ede Geyer. Das ist schade. Ich weiß gar nicht, warum die Dynamo-Fans hier so aggressiv waren. Sie haben versucht, sich für einen Mann einzusetzen, mit dem sie doch schon lange nicht mehr viel zu tun hatten. Wir selbst haben nichts mit Dynamo, sind auf ein gutes Verhältnis aus.

Wird Ihnen vorm Auftaktspiel in die Rückrunde, das ausgerechnet in Dresden stattfindet, mulmig? Gar nicht. Ich weiß bloß wieder, was passiert. Da werden wieder hunderte Polizisten auf Kosten der Steuerzahler eingesetzt und sicher gibt’s auch wieder so manche Auseinandersetzung. Das tut dem Ansehen der Stadt Dresden und dem ostdeutschen Fußball nicht gut. Das ärgert mich.

Die Hertha-Fans skandierten "Insolvenz" und viele Dynamo-Fans forderten Ihren Rücktritt. Lässt Sie das kalt? Damit muss ich leben.

Sie bleiben in dieser Woche zu Hause, fliegen nicht mit nach Dubai. Weil es viel Arbeit gibt? Es gibt viele Gespräche. Vieles ist auch schon besprochen. Das große Beben ist vorbei, wir werden wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen.

Die Mannschaft sah nicht schlecht aus hier in Riesa. Das sehe ich auch so. Sie haben wesentlich besser als zuletzt gespielt. Doch auch schon das Spiel gegen Hertha war klasse. Schade nur, dass es dafür keine Punkte gibt.
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