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| 01:39 Uhr

Magistrale-Initiativen wollen zusammen kämpfen

Die Stühle im Sitzungssaal der Klittener Gemeindeverwaltung wurden Dienstagabend knapp. Vertreter der Bürgerinitiativen zum Ausbau der Bahn-Strecke Knappenrode – Horka (Niederschlesische Magistrale) aus Petershain, Niesky, Klitten und Horka waren ebenso gekommen wie Nieskys Oberbürgermeister Wolfgang Rückert und die Bürgermeister von Quitzdorf am See und Mücka. Das Ziel: Sachstände austauschen und die nächsten Schritte planen. Von Martina Albert

Mehrere Stoßrichtungen fasste Lutz Grohmann, Chef der Bürgerinitiative "ZU(g)KUNFT" aus Klitten zum Abschluss des Treffens zusammen. Das Wichtigste: Ein Rechtsanwalt soll gefunden werden, der sich mit Verwaltungsrecht auskennt und Bürgern und Initiativen im Planfeststellungsverfahren, das für den Bauabschnitt Lohsa - Niesky noch in diesem Jahr beginnen soll, beistehen soll. Da Bürgerinitiativen keine Eingaben im Verfahren machen können, sei jeder Bürger selbst gefragt, seine Anliegen in Bezug auf Lärmschutz oder anderes geltend zu machen. Die Initiativen wollen gemeinsam zu einer Informationsveranstaltung mit dem Experten einladen. Außerdem müsse es auch darum gehen, sich als Bürgerinitiative sachkundig zu machen "Nur einen Sturm der Entrüstung zu entfachen bringt uns nichts, da lacht die Bahn drüber - wir müssen ein kompetenter Gesprächspartner sein", betonte Grohmann. Klittens Ortsvorsteher Eduard Luhmann sprach sich für eine Übernahme der Rechtsanwalts-Kosten durch die betroffenen Kommunen aus. Das unterstrich auch Marina Dorn von der Arbeitsgruppe Lebensqualität der Klittener Bürgerinitiative. "Schließlich kommen die Ergebnisse, die wir erzielen, allen zugute."Die Bürgerinitiative will Kontakt zu BUND und zum Biosphärenreservat aufnehmen. "Die sind merkwürdig zurückhaltend, da wollen wir mal nachstoßen", so Grohmann. Außerdem soll die Naturforschende Gesellschaft der Oberlausitz angesprochen werden. Neben Menschen sei auch die Natur massiv vom Ausbau betroffen.Die Bürgerinitiativen selber wollen weiter in Kontakt bleiben, um von den Ergebnissen der jeweils anderen zu profitieren. "Wenn das Planfeststellungsverfahren beginnt, wollen wir den Bürgern sagen können, dass sie sich mit Fragen an uns wenden können", betonte Grohmann. Auch Mückas Bürgermeister Markus Kiese freute sich über den Austausch. "Ich bin froh, dass wir an einem Tisch sitzen, alleine hat man keine Chance", erklärte er. Außerdem will die Klittener Initiative Kontakt mit Lohsas Bürgermeister Udo Witschas aufnehmen. Denn dort läuft das Planfeststellungsverfahren bereits. "Vielleicht gibt es Dinge, die wir später bei uns berücksichtigen können."Auf ein Wiedersehen brauchen die Bürgerinitiativen übrigens nicht lange zu warten. Für heute Nachmittag hat der Landkreis die Bürgerinitiativen und Vertreter der betroffenen Gemeinden eingeladen. Es soll eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die den Prozess Strecken-Ausbau begleitet. Am Zeitpunkt gab es allerdings harsche Kritik. So etwa von Quitzdorfs Bürgermeister Günter Holtschke: "Es ist höchste Zeit, dass sich der Landkreis einschaltet, schließlich zahlen wir alle genug Kreisumlage."