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Magistrale auf der Zielgeraden

Mit dem Aushub des ersten Gleisstücks hat der Bau des letzten Streckenabschnitts zwischen Niesky und Horka begonnen.
Mit dem Aushub des ersten Gleisstücks hat der Bau des letzten Streckenabschnitts zwischen Niesky und Horka begonnen. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Niesky. Zwischen Niesky und Horka hat der Ausbau des letzten Streckenabschnitts der Niederschlesien- Magistrale begonnen. Die Deutsche Bahn muss ein Jahr Zeitverzug aufholen. Uwe Menschner / ume1

Der Endspurt ist eingeläutet: Beim Bau der Niederschlesischen Eisenbahnmagistrale hat die Deutsche Bahn AG mit dem letzten Bauabschnitt begonnen. Er misst etwa sieben Kilometer und schließt die Lücke zwischen Niesky und dem Güterbahnhof Horka. Während westlich von Niesky noch mit Hochdruck an dem Abschnitt bis Lohsa gebaut wird, können vom Güterbahnhof Horka aus in östlicher Richtung bereits Züge über die polnische Grenze rollen.

"Die im Zuge des Planfeststellungsverfahrens aufgetretenen Verzögerungen haben uns vor große Herausforderungen gestellt", so Projektleiter Ulrich Mölke von der DB Netz. Ursprünglich wollte die Deutsche Bahn die Arbeiten auf dem Abschnitt bereits ein Jahr früher aufnehmen. Dennoch bleibt der Termin für die Fertigstellung des Gesamtvorhabens im Dezember 2018 unverändert. "Das gelingt uns, indem wir den Bahnhof Niesky entgegen den ursprünglichen Planungen komplett vom Netz abkoppeln", so Ulrich Mölke.

Dies wiederum stellt jedoch die Frage: Wie bleibt die Anbindung des Nieskyer Waggonbaus gewährleistet? "Ursprünglich hatten wir vorgehabt, dies über die Straße abzuwickeln. Die hohe Auslastung des Werks macht das jedoch unmöglich. Also mussten wir eine Möglichkeit schaffen, die Transporte über die westlich gelegenen Abschnitte zu leiten", erläutert der Projektleiter. Eigens dafür verlegte die DB Netz ein Verbindungsgleis zwischen dem Waggonbau und dem Bahnhof Knappenrode, wo künftig jeweils sonntags - wenn die Arbeiten ruhen - mindestens ein Zug die gefertigten Waggons abtransportieren soll.

Eine weitere Herausforderung stellte die Aufgabe dar, den Straßenverkehr der Stadt Niesky nicht über Gebühr zu strapazieren. Schließlich müssen beide innerstädtischen Übergänge - der an der Muskauer Straße und der "Krone"-Übergang - zeitweise gesperrt werden. "Die Krone wird noch im September geschlossen, dafür richten wir in der Verlängerung der Bahnhofstraße einen Behelfsübergang ein", so Ulrich Mölke.

Der Übergang Muskauer Straße geht voraussichtlich ab Januar für vier bis fünf Monate außer Betrieb (Fußgänger und Radfahrer können ihn weiterhin nutzen).

Im August 2018 beginnt dann der Neubau der Brücke im Zuge der B 115 über die Bahnstrecke, sodass dann auch der Fernverkehr durch Niesky fließt. "Das wird hart, aber da müssen wir durch. Schließlich ist das Gesamtvorhaben sehr positiv für uns", meint die Nieskyer Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann (CDU). Und Landrat Bernd Lange (CDU) verweist darauf, dass Ansiedlungen wie die von Schweighofer/Klausner und Borbet in Kodersdorf oder (voraussichtlich) Delon in Rothenburg ohne die ausgebaute Bahntrasse nicht denkbar wären. Laut Wolfgang Koch vom Bundesministerium für Bau, Verkehr und Stadtentwicklung sollen 60 Prozent des gesamten Güterverkehrs zwischen Deutschland und Polen über die Horkaer Schiene rollen. "Bei diesem 500-Millionen-Projekt geht es um die Stärkung des Schienenverkehrs in Ost-West-Richtung generell", erklärt er.