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| 16:18 Uhr

Rietschen
Mäuse, Spiele, Zipfelmützenhäuser beim Kreativmarkt zu haben

Hier präsentiert Dieter Gornetz ein handgefertigtes Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel. Wenige Minuten später war es bereits verkauft.  Foto: amz
Hier präsentiert Dieter Gornetz ein handgefertigtes Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel. Wenige Minuten später war es bereits verkauft. Foto: amz FOTO: amz / Richter Torsten
Rietschen. In der Theaterscheune in Rietschen ging es am Sonntag ganz kreativ zu.

Was für eine Stimmung in der Theaterscheune auf dem Rietschener Erlichthof: Mäuse, Katzen, Zwerge, Puppen und sogar schon Weihnachtsmänner sorgen für Leben im uralten Holzgebälk. Hinzu gesellen sich Schwibbögen, diverse Autos, dreidimensionale Karten, Handytaschen und vieles mehr. Es ist am Sonntag wieder Kreativmarkt. Insgesamt sechs Künstler aus Sachsen und Brandenburg präsentieren in der Theaterscheune ihre Kunstwerke.

Alle Exponate ist eines gemein: Es handelt sich stets um selbst hergestellte Einzelstücke. Zweimal das gleiche gibt es nicht.

Beispielsweise bei Dieter Gornetz vom Verein für soziale Arbeit. Der Weißwasseraner hat mit seinem Kollegen einen kleinen Ausschnitt aus dem Schaffen des Vereins aufgebaut. Neben diversen Futterhäuschen fehlen auch Holzautos nicht. Besondere Aufmerksamkeit zieht ein Holztransporter auf sich, der imposante Baumstämme geladen hat. Kein Wunder, verdiente doch Dieter Gornetz über dreieinhalb Jahrzehnte sein Geld in der Forstwirtschaft. „Aufgrund eines Betriebs­unfalls konnte ich dann diese Tätigkeit nicht mehr ausüben. Doch zu Hause herumsitzen, wollte ich nicht“, erzählt der heute 69-Jährige.

So stellt er seine handwerklichen Fähigkeiten in den Dienst des Soziale-Arbeit-Vereins. „Wir verwenden zu 90 Prozent Sperrholz“, weiß der Weißwasseraner aus Erfahrung. Dieses werde gesägt, geklebt und lackiert. Und natürlich zu den tollsten Spielzeugen zusammengesetzt. Selbst ein handgefertigtes Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel fehlt im Vereins-Portfolio nicht. Das wiederum erweckt so große Aufmerksamkeit, dass es schnell eine neue Besitzerin findet. Die Weißwasseranerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, erklärt, dass sie die Individualität schätze. Es sei prima, ein Spiel zu haben, das es nicht im Geschäft zu kaufen gibt.

Das Prinzip „Jedes Stück ein Unikat“ gilt auch bei Thomas Sommermeyer. Der gelernte Bäcker aus Trebendorf bei Forst kreiert aus Holzabfällen kleine Kunstwerke. Mehr noch: „Ich verwende nur Kreidefarben und Bienenwachs. Also alles ökologisch“, betont Sommermeyer.

Einst hätten Freunde einen bestimmten Deko-Artikel bestellt, und daraus habe sich dann ein besonderes Hobby entwickelt. Herausgekommen sind diverse Weihnachtssterne, Monde, Kerzenhalter und nicht zuletzt die gefragten Zipfelmützenhäuser. „Immer, wenn ich ein Stück Holz vor mir habe, entwickele ich Ideen, was daraus entstehen könnte“, beschreibt Thomas Sommermeyer seine Intention.

Regine Haase hat sich dagegen dem Wollfilz verschrieben. Egal, ob Handytaschen, Glückswichtel oder Weihnachtsschmuck: Es gibt bei der Weißwasseranerin wohl nichts, was es nicht gibt. Vor 30 Jahren hatte Haase in der verlängerten Schillerstraße einen Bastelladen eröffnet. Zudem belegte sie ein Studium für kreatives Gestalten. Stolz mache sie, wenn die Leute an ihren Exponaten möglichst lange Freude haben. Beispielsweise der Erstklässler, der als Baby ein Schlafschäfchen bekam, das er heute noch in Ehren halte.

Marion Girth von der Rietschener Tourist-Information sagt, dass es für den mittlerweile zweiten Kreativmarkt mehr Anfragen gab, als die Theaterscheune Platz bietet. Ein größerer Raum stehe vor Ort allerdings nicht zur Verfügung. Übrigens würden ab sofort schon Bewerbungen für den Kreativmarkt im November 2018 entgegengenommen.

Langsam aber sicher geht auch auf dem Erlichthof die Saison ihrem Ende entgegen. „Die 70 000 Besucher vom Vorjahr dürften wir wohl kaum erreichen“, glaubt Girth. Grund sei der Straßenbau während der Sommerferien gewesen, der viele Gäste abgeschreckt habe. Laut ihrem Gefühl könnten 2017 bis zu 15 Prozent weniger Besucher gekommen sein. „Setzen wir also auf 2018, dann hoffentlich ohne Sperrungen“, gibt sich Marion Girth betont optimistisch.

(amz)