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| 16:52 Uhr

Ich kaufe regional
Märkte locken in Weißwasser viele Kunden an

Am Stand von Heinz Lohr aus Mühlrose auf dem Markt an der Schwimmhalle in Weißwasser gibt es viele Stammkunden. Immer mittwochs ist der 75-Jährige hier zu finden.
Am Stand von Heinz Lohr aus Mühlrose auf dem Markt an der Schwimmhalle in Weißwasser gibt es viele Stammkunden. Immer mittwochs ist der 75-Jährige hier zu finden. FOTO: Arlt Martina
Weißwasser. Die Nachfrage nach regionalen und frischen Produkten ist weiter gestiegen. Das merken auch die heimischen Händler. Von Martina Arlt

Die Marktgänger haben in der Stadt Weißwasser zweimal wöchentlich die Gelegenheit, Frischemärkte zu besuchen. Zu den Standorten gehören mittwochs der Parkplatz an der Schwimmhalle und freitags der Marktplatz am Rathaus. Schon bald nach der Wende etablierten sich die Märkte mit ihren frischen Produkten aus der Region. Seitdem fühlt sich der heute 75-jährige Heinz Lohr aus Mühlrose auf diesem Plätzchen auch heimisch: „Insgesamt verkaufe seit dem Jahr 1957 immer Äpfel. Die kommen aus unserer Region. Wenn sie alle sind, rufe ich nur an. Dann gibt es Nachschub.“ Nach der Wende habe er diese Tradition ins Leben gerufen und bis heute hat sich dieser Markt an der Schwimmhalle gehalten, wenn die Händler auch immer weniger werden, wie Lohr zu verstehen gibt. „Kunden, die frische Ware bevorzugen, kommen noch heute gern hierher. Heute habe ich

14 verschiedene Geschmacksrichtungen von Äpfeln dabei und einige Birnensorten. Bei mir ist es einfach die Liebe zum Verkaufen, mit den Kunden ein Pläuschchen machen“, so der gelernte Handelskaufmann. Über die Jahren habe er schon viele Stammkunden gewonnen. Ob herzhaft, mild, fruchtig oder säuerlich, bei den einheimischen Äpfeln findet jeder Kunde seinen Geschmack. „Fest steht, wenn man einen Kunden mit den Produkten enttäuscht, büßt du sieben weitere ein. Im Winter habe ich Zelt und Heizung dabei, damit man es in der Kälte aushält. Auf Wunsch schneide ich auch einmal einen Apfel auf, wenn der Kunde kosten möchte. Die ideale Lagerung für Äpfel ist bei zwei Grad plus“, sagt Heinz Lohr, der schon als Urgestein unter den Händlern gilt.

Auch die Gärtnerei Steglich aus Bautzen ist Mittwoch und Freitag in Weißwasser präsent. „Wir sind mit unseren Blumen und unserem Gemüse, das alles meist aus eigener Produktion unserer großen Gewächshäuser stammt, gern in Weißwasser zwischen März und November vor Ort. Zurzeit haben wir Paprika und Tomaten im Angebot. Die Weißwasseraner sind sehr nett und kauffreudig. Ich persönlich fahre gern auf den Markt, man kommt mit den Leuten ins Gespräch“, so Verkäuferin Andrea Frenzel.

Gern schlendert auch Karin Pätzold aus Weißwasser über Märkte der Stadt: „Ich habe meine Stände, die ich hier an der Schwimmhalle ansteuere. Das ist beispielsweise der Käsewagen oder Blumen und Gemüse von Steglich. Tomaten aus eigener Produktion haben einfach einen besseren Geschmack. In diesem Jahr habe ich im Garten selbst viele Äpfel. Es wird alles verarbeitet. Auf einem Markt sind frische Produkte garantiert. Aus diesem Grund bummle ich gern einmal durch den Markt. Heute ist dazu noch tolles Wetter“, so die Weißwasseranerin. Fast immer ist Eva Porsch mit dem Fahrrad zu den Markttagen unterwegs. „Dann kaufe ich gern die Äpfel, beim Bäcker oder Geflügel bei Steinert. So weiß ich, wo das Geflügel herkommt. Ich kenne dort den Hof und habe einfach bei dem Geflügel ein gutes Gefühl“, beschreibt die 68-Jährige. Der Weg zum Markt lohne sich immer. Manche Produkte seien sogar billiger als im Supermarkt. „Ich finde auf dem Frischemarkt immer etwas, mache auch gern am Käsestand halt. Am Rathaus freitags sind zum Teil andere Händler vor Ort“, so Eva Porsch.

Ein ganz großes Plus für Hans Michalk aus Krauschwitz ist die Tatsache, dass man mit dem Auto an der Schwimmhalle gleich vor Ort parken kann: „Seit sechs Jahren fahren wir schon regelmäßig zu diesem Markt. Auf jeden Fall kaufen wir bei der Fleischerei Uhyst, beim Spreewälder Stand ein oder es steht Frischgeflügel auf dem Aufschreibzettel. Man hat die Einkäufe schnell erledigt und alle Lebensmittel sind frisch. Was wollen wir mehr“, sagt der 80-jährige Krauschwitzer.

Fest steht, dass sich die frischen Marktprodukte bei den Kunden immer mehr durchsetzen. Wenn es die Zeit zulässt, bummeln viele Leute über die Märkte und sehen dies und jenes. Mit leeren Händen geht dann kaum einer nach Hause.