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| 17:10 Uhr

Dreharbeiten
Lust und Laune auf die Region machen

Kameramann Frank Schindler, Regisseurin Anne Flemming und Moderatorin Beate Werner sprechen kurz noch mal den Ablaufplan für die Dreharbeiten durch.
Kameramann Frank Schindler, Regisseurin Anne Flemming und Moderatorin Beate Werner sprechen kurz noch mal den Ablaufplan für die Dreharbeiten durch. FOTO: Regina Weiß
Mulkwitz. Der MDR ist dieser Tage für die Reihe „Unterwegs in Sachsen“ auf Entdeckungstour zwischen Renn-Truck und Hochzeitssuppe. Von Regina Weiß

Unternehmer René Reinert freut sich gleich doppelt. Zum einen, dass seine Firma gerade Schauplatz von Dreharbeiten für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) ist, zum anderen hat ihn die Vorfreude gepackt. Auf die nächste Rennsaison im Trucksport. „2017 habe ich eine Fahrpause eingelegt“, erzählt der Geschäftsführer von Reinert Logistic in einer Drehpause der RUNDSCHAU. In diesem Jahr will er wieder angreifen bei der FIA European Truck Racing Championship. „Dafür muss ich natürlich wieder reinkommen.“ Los geht es bereits am 26. und 27. Mai in Misano: Sieben weitere Rennen folgen, bis in Jarama der Sieger feststeht. 2016 landete der Schleifer auf dem dritten Platz. Den möchte er in diesem Jahr auch ansteuern. Dafür muss er sich allerdings gegen 19 andere Trucks und ihre Fahrer durchsetzen.

Wo trainiert man eigentlich für Rennen mit einem Lkw? Auf der Autobahn ja kaum. Im April gab es drei Tage Trainingslager auf der Rennstrecke in Most. „Ansonsten mache ich viel für meine Fitness, fahre Fahrrad oder steige auch schon mal ins Gokart“, sagt der Unternehmer lachend.

Gerade eben hat er Moderatorin Beate Werner auf eine Stippvisite eingeladen. Wer kann auch schon widerstehen, wenn sie sagt: „Ich habe mir schon immer mal gewünscht, einen Renn-Truck zu besichtigen.“ Zweimal wird die Einstellung wiederholt, dann hat sie Kameramann Frank Schindler im Kasten. Genau hat er vorher geguckt, dass sich keine der anwesenden Personen im blauen Lack – das Markenzeichen der Reinert-Flotte – spiegelt.

Regisseurin Anne Flemming hat sich vorher schlau gemacht, was sie so alles in die Sendung „Unterwegs in Sachsen“ packen kann. Auf so manche Idee kam sie erst, als sie vor Ort mit den Menschen ins Gespräch gekommen ist. „Da kommt es auf nette Menschentypen und spannende Geschichten an“, erzählt sie der RUNDSCHAU. Schließlich soll die Sendung Lust und Laune machen, Orten wie Schleife, Rohne, Halbendorf oder Kromlau einen Besuch abzustatten.

Da kommt dem Fernseh-Team der Rennfahrer René Reinert richtig zupass. „das ist doch cool“, findet die Regisseurin. Reinert wechselt für die Einstellungen dann schnell zwischen Buisness-Outfit und Rennfahrer-Anzug. Die Startnummer 77 soll ihm Glück bringen, verrät er. Mit Moderatorin Beate Werner hat er da schon eins. Ihre Glückszahl ist die sieben, erzählt sie. Auch sie ist fasziniert von Land und Leuten. Seit 2001 ist sie Moderatorin des Formats, das im Wechsel in allen drei Ländern des MDR-Sendegebietes gedreht wird. So wirken auch die Erlebnisse vom Besuch des Njepila-Hofes in Rohne nach. „So viel gelebte Tradition wie hier, findet man nicht mehr so oft“, lobt Beate Werner. Davon konnte sie sich am Donnerstag selbst überzeugen. Es wird gezeigt, wie Doreen Nowusch als sorbische Braut hergerichtet wird. „Als sorbische Braut kannst du wahrlich keine großen Sprünge machen.“ Soll heißen, Frau muss auf die vielen Nadeln aufpassen. Es könnte also piken.

Dass zu einer Hochzeit nicht nur eine Braut gehört, sondern eine richtige Hochzeitssuppe ist ja wohl klar. Also wird die fürs Fernsehen in Rohne extra gekocht. „Lecker, wie früher bei der Oma“, schwärmt Beate Werner. Denn Kochen ohne zu kosten, das geht ja gar nicht.

Ein leckeres warmes Süppchen wäre auch Freitagmittag nicht von der Hand zu weisen. Der Wind fegt ganz schön über das Gelände in Mulkwitz. „Es ist, wie es ist, wenn man im Windkanal steht“, nimmt es die versierte Moderatorin mit Humor, bevor sie die nächste Ansage macht. Weil der Zeitplan etwas ins Wackeln geraten ist, muss es nun zack-zack gehen. Schließlich ist die Moderatorin nur zwei Tage bei den Aufnahmen in der Lausitz dabei. Kameramann, Regisseurin und Ton-Mann Uli Vollmer sammeln dagegen rund eine Woche Aufnahmen und Töne ein. Sonntag werden sie unter anderem die Oldtimer beim 54. Park- und Blütenfest in Kromlau „einfangen“.

Doch zurück zu den modernen Lastkraftwagen. 770 sind für die Firma Reinert Logistic GmbH unterwegs. Rund 385 000 Kilometer legen diese täglich zurück. „Unser Kerngeschäft ist Deutschland“, so René Reinert. 95 Prozent, um es ganz genau zu sagen. Auf dem Grundstück seiner Eltern hat er sich selbstständig gemacht. 1998 zog die Firma nach Mulkwitz. „Das hier waren alles Ruinen“, erinnert er sich. Der Standort ist sicher. 120 Mitarbeiter sind dort in der Hauptverwaltung beschäftigt, fünf gehören zum Werkstattteam. Insgesamt beschäftigt das Logistik-Unternehmen 1250 Frauen und Männer. Darunter über 400 polnische Mitarbeiter. Um den Beruf des Kraftfahrers attraktiver zu gestalten, setzt Reinert auf mehrere Standorte. Maximal sollen die Fahrer nur eine Woche unterwegs sein. Regionalverkehr ist das Stichwort.

Mit „Women behind the Wheel“ (Frauen hinter dem Lenkrad) hat  Reinert Logistic eine Initiative gestartet, Frauen als Lkw-Fahrerinnen auszubilden. So übernimmt die Firma die Kosten für den Führerschein.

Den hat René Reinert 1989 übrigens noch auf einem W 50 gemacht. „Manchem meiner Fahrer kann ich noch was vormachen“, sagt der 47-Jährige mit einem Lachen.

„Unterwegs in Sachsen ... zu sorbischen Schleifen, Küssen und Genüssen“ wird am 9. Juni 2018 um 18.15 Uhr im MDR ausgestrahlt.

Moderatorin Beate Werner mit René Reinert vor seinem Renn-Truck. Bald startet die neue Rennsaison,
Moderatorin Beate Werner mit René Reinert vor seinem Renn-Truck. Bald startet die neue Rennsaison, FOTO: Regina Weiß