Die Luftlandbrigade 31 gehört zu den "alten Bekannten" des TÜP. In den vergangenen Jahren zog es die Soldaten, die im niedersächsischen Oldenburg und Seedorf stationiert sind, immer wieder in die Lausitz. "Dieser Übungsplatz bietet sehr gute Bedingungen und eignet sich mit seiner Infrastruktur ideal zum Üben", kennt Presseoffizier Björn Gornik den Grund für die häufigen Besuche. "Auf dem Platz ist wirklich alles top, da nehmen wir auch gern den langen Anmarsch in Kauf. Wir sind immerhin anderthalb Tage unterwegs", erzählt der Soldat. Feste Unterkünfte, wie hier in den Trupplagern Haide und Werdeck, findet die übende Truppe seinen Worten nach längst nicht überall vor. "Ansonsten müssen die Soldaten meist unter dem Schrägdach, sprich Zelt, hausen." Die Oldenburger und Seefelder hätten jetzt aber auch jegliche Kapazitäten auf dem TÜP ausgereizt. "Zwei Mann mehr, und die müssten dann unter freiem Himmel nächtigen", meint der Offizier scherzend.In der vergangenen Woche und am Wochenende sind die ersten Truppenteile der Brigade auf dem TÜP angekommen. "1100 Soldaten sind bisher hier, darunter 350 Leute der Leitung - also die, die Übung organisieren und durchführen, aber auch die Schiedsrichter." Bis Ende dieser Woche würden die noch fehlenden Truppenteile dazustoßen. Der Anmarsch samt Technik, wie es in der Soldatensprache heißt, erfolgt sowohl per Bahn als auch in Kolonne via Straßen."Wir üben nicht nur auf dem Platz, sondern auch darüber hinaus. Unser Übungsbereich reicht ungefähr bis zum Flugplatz Nardt bei Hoyerswerda", berichtet Bjön Gornik. Wie dieser erklärt, werde der Schwerpunkt sämtlicher "Trainingseinheiten" auf den Anfang der Woche gelegt. "Dann führen wir eine Vollübung durch." Das bedeute, dass die einzelnen Einheiten der Brigade zusammen üben. Es geht um eine Operation gegen irreguläre Kräfte. "Dazu bekommen wir dann wahrscheinlich auch Unterstützung von Tornados und Hubschraubern", berichtet der Presseoffizier weiterhin. Die RUNDSCHAU wollte von ihm wissen, ob es durch diesen verstärkten Einsatz aus der Luft für die Bewohner in den Anrainergemeinden besonders laut werden kann. "Die Übung begrenzt sich auf die Kernzeiten, und wir sind auch bemüht, die Lärmbelästigungen so gering wir möglich zu halten", versichert Björn Gornik.Dass auf dem Truppenübungsplatz derzeit mehr als sonst los ist, wisen nicht nur diejenigen zu berichten, die täglich damit konfrontiert sind. Jeder, der mit dem Pkw zum Beispiel auf der Bundesstraße 115 oder auf der Staatsstraße 127 - um nur zwei Beispiel zu nennen - unterwegs ist, weiß das. Denn in der Region sind seit einigen Tagen verstärkt Militärfahrzeuge unterwegs. Auf der schmalen Bundesstraße, die keine Überholspur hat wie im Brandenburgischen, braucht es also Geduld. "Unsere Zehn-Tonner-Lkw fahren schon etwas langsamer", wirbt Gornik für Verständnis bei den Autofahrern.