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Linke: Waldbesetzer am Tagebaurand verdienen Respekt

Ein Aktivist hangelt sich an einem Seil dem besetzten Baum entlang
Ein Aktivist hangelt sich an einem Seil dem besetzten Baum entlang FOTO: Vattenfall
Mühlrose. Landtagsabgeordnete Kathrin Kagelmann (Linke) hat sich von den Waldbesetzern am Tagebaurand Nochten I bei Mühlrose selbst ein Bild gemacht: "Sie ziehen es vor, ihre Ablehnung der Vernichtung von Lebensraum für Mensch und Natur durch den Braunkohletagebau durch die Besetzung von Bäumen an der Tagebaukante zum Ausdruck zu bringen", schreibt die Linken-Politikerin in einer Mitteilung. Christian Köhler

Damit würden sich die Aktivisten in die vielfältigen Protestformen gegen die Erweiterung des Tagebaus Nochten II einreihen.

Das Ende der Braunkohleverstromung sei unweigerlich eingeläutet. Deshalb sei eine Erweiterung des Tagebaus Nochten II unnötig und unverantwortlich, erklärte Kagelmann weiter. Je früher das von politisch Verantwortlichen eingestanden werde, um so früher würden die jungen Leute von den Bäumen steigen.

Auch Tagebaugegnerin Edith Penk aus Rohne sieht sich durch die Aktivisten bestätigt. Die Besetzer setzen sich für den Erhalt der Natur ein und "haben meine Zustimmung und vollstes Verständnis."

Durchaus unterschiedlich fallen dagegen die Reaktionen zu der Besetzung in den sozialen Netzwerken und auf der Facebook-Seite der RUNDSCHAU aus. Dort äußern sich sowohl Befürworter als auch Gegner zu der Aktion. "Wenn nichts mehr hilft, holt man sich junge Menschen, die sich und andere in Gefahr bringen, und wenn es geht, noch kriminell werden aber Hauptsache ein Dorf bleibt stehen", argumentiert ein User. Ein anderer meint ironisch: er glaube, dass die Besetzer, die gegen Kohle, Wind- und Atomkraft sind, lediglich üben wollten wie es ist, ohne Strom zu leben. Wieder ein anderer User freut sich über die Aktivisten und ihre Besetzung: "Schön, dass es auch unter der Jugend noch Heimatfreunde gibt." Vattenfall dagegen will sich auf Nachfrage zum weiteren Vorgehen gegenüber den Waldbesetzern nicht äußern.

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