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| 02:50 Uhr

Licht wird in den Park getragen

Mehr als 1000 Gäste kamen beim ersten Lichterfest zusammen. Am Samstag findet bereits die 5. Auflage statt.
Mehr als 1000 Gäste kamen beim ersten Lichterfest zusammen. Am Samstag findet bereits die 5. Auflage statt. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Bad Muskau. Auf fünf Touren geht es am Samstagabend mit Lampions durch Pücklers Reich. Zum fünften Mal findet das Winterlicht-Fest in Bad Muskau statt. Regina Weiß

Ihr Name ist Programm. Die Funken des Muskauer Elferrates kommen am Samstagabend beim Winterlicht-Fest zum Einsatz. Wo sie sonst im Lindenhof mit gleichmäßiger Choreografie überzeugen, werden sie auf den Wiesen in Pücklers Reich mal hier und da auftauchen. Sie werden als Irrlichter besondere Lichtpunkte setzen.

Fackeln, Kerzen, Strahler und Lampions - mit allem, was geht, wird Licht in den Park getragen. Zum fünften Mal findet das Winterlicht-Fest statt. Und alle, die am Mittwoch zum Pressegespräch im Neuen Schloss zusammengekommen sind, sind sich sicher, dass es längst eine überregionale Veranstaltung geworden ist. "Es ist ein Erfolg, den wir uns gemeinsam erarbeitet haben", findet Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder (CDU). Die Stiftung Fürst-Pückler-Park, Vereine der Stadt und die polnischen Partner aus Leknica stehen für das Gemeinschaftswerk ein. "An dem kulturellen Punkt sind unsere Interessen verbunden", so Piotr Kuliniak, Bürgermeister von Leknica (Lugknitz). Auch in Polen merkt man das steigende Interesse an der Veranstaltung. So gibt es im Rathaus Anfragen aus Zielona Gora (Grünberg), Szprotawa (Sprottau), Zary (Sorau) und Zagan (Sagan). Vor allem, dass man in der jetzigen Jahreszeit, dem Winter, eine solche Veranstaltung anbiete, habe eine besondere Bedeutung, findet Kuliniak.

Neu ist nicht nur, dass es erstmals fünf Touren mit Lampions gibt, sondern dass es das erste Winterlicht-Fest ist, dass Sophie Geisler in ihrer neuen Funktion als Pressesprecherin der Stiftung Fürst-Pückler-Park organisiert. Ihre Vorgängerin Ute-Martina Kühnel war noch im alten Jahr in ihren wohlverdienten (Un-)Ruhestand verabschiedet worden.

2000 Lampions werden an fünf verschiedenen Standorten ab 18 Uhr an Gäste aus nah und fern verteilt. Zu den altbekannten Treffpunkten Pavillon in Leknica, Altes Schloss, Orangerie und Weltende/Böses Ufer kommt diesmal die Bergsche Kirchruine hinzu. Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung, weiß gar nicht mehr so genau, auf wen die Idee dieser fünften Route zurückgeht. Fakt ist, gerade die angeleuchteten Parkelemente auf der polnischen Seite seien von dort oben sehr gut zu erkennen. Um 18.30 Uhr werden sich die fünf Züge in Bewegung setzen und auf fest vorgegeben Routen durch den Park laufen. 19.15 Uhr sollten sie alle auf der Schlosswiese eingetrudelt sein. Zwischendurch warten nicht nur erleuchtete Gebäude, die schon beschriebenen Irrlichter und polnische Feuerkünstler auf die Besucher. An der Gloriette und später am Schloss wird Saxofonist Florian Palowski aufspielen. Den Rest des Abends setzt man dann auf skandinavische Klänge aus der Box. Kühl und cool - passend zum Winter. Wobei am Mittwoch beim Pressegespräch massiv der Frühling im Muskauer Park Einzug hält. Es taut auf Wegen und Wiesen. "Gutes, nicht so sensibles Schuhwerk ist schon mal wichtig für den Erfolg der Veranstaltung", so Cord Panning mit einem Schmunzeln. Zeitgleich findet das Winterlicht-Fest auch wieder im Lazienki-Park in Warschau, im Park des Prinz-Gong-Palastes in Peking, in der Anlage Zarskoje Selo in St. Petersburg, den Schlossanlagen in Luneville (Frankreich) und Frederiksborg (Dänemark) statt. Impressionen von dort sind an Aufstellern auf der Schlossrampe zu sehen. Auch die anderen Parks machen quasi weltweit Werbung für Bad Muskau. So auch Warschau. An der Hauptverkehrsader durch die Hauptstadt sei derzeit das Plakat vom Muskauer Park zu sehen.

Um das besondere Flair des Winterlicht-Festes einzufangen, sollen die Lampion-Wanderungen und das Zusammentreffen auf der Schlosswiese gefilmt werden. Sollte alles gut klappen, könnte daraus eine DVD werden, kündigt Cord Panning an. Zudem findet er, dass das Fest, "ein gutes Zeichen in Zeiten des internationalen Wirrwarrs ist. Es werden Lichtpunkte zwischen Peking und Frankreich gesetzt. Wir zeigen, dass wir sehr gut global zusammenarbeiten können, wo es doch den Trend gibt, dass man zurückfällt in separate Nationalismen."

Zum Thema:
Auf der Schlosswiese warten "Kulinarische Pavillons" auf die Gäste. Sie werden vom Kulturhotel, dem Hotel Kristall, dem Schloss-Café, der Kanonenfee Viola, dem Freundeskreis Historicia Bad Muskau und dem Förderverein Fürst-Pückler-Park Bad Muskau betreut. Das Angebot reicht von warmen Getränken über Krapfen und Kesselgulasch bis zur Bratwurst. An den fünf Sammelpunkten werden erstmals Spendenbüchsen aufgestellt. Wer möchte, kann dort Geld einwerfen, um den Aufbau der Exedra-Bank im Badepark zu unterstützen. "Wir sind in den Vorjahren angesprochen worden, weil wir die Lampions ja immer kostenfrei abgegeben haben", erklärt Andreas Bänder diesmal im Namen des Park-Fördervereins. Das Fest soll 21 Uhr zu Ende sein.