Bernhardt Wichote und seine Nachbarin Birgit Hanzel haben die Initiative ergriffen und eine Unterschriftenaktion organisiert. Der Grund: Der Rentner und die Lehrerin wollen damit erreichen, dass endlich Schluss ist mit der Raserei auf dem Krauschwitzer Weg, an dem beide wohnen. "Wir sind von Haus zu Haus gegangen. Jeder Haushalt hat unterschrieben", erzählt Bernhardt Wichote im Gespräch mit der RUNDSCHAU.

Er und seine Frau sehen immer mit Sorge den Tagen entgegen, an denen die beiden vier und zehn Jahre alten Enkelkinder bei ihnen zu Besuch sind. "Dann muss man Angst haben, wenn sie auf die Straße gehen", sagen sie. An die 30 km/h würde sich kaum einer halten. Es werde meist mit 50 bis 80 km/h gefahren.

Wichotes Nachbarin Birgit Hanzel sieht es genauso. "Selbst der Schulbus ignoriert das Tempolimit. Ich habe gesehen, wie er einmal regelrecht mit einem Rad abgehoben hat, als er über eine Kante gefahren ist. So ist der Fahrer gerast", schildert sie ihre Beobachtung. Die beiden Gablenzer verweisen auch auf die Gefahren, die sich für die Bewohner der nahe gelegenen Pflegeeinrichtung "Waldidyll" ergeben. "Da unternehmen manche regelmäßig mit Rollstuhl oder Rollator einen kleinen Spaziergang auf dem Krauschwitzer Weg."

Dass ihre Katzen mehrfach totgefahren wurden, darüber reden Wichote und Hanzel schon gar nicht mehr groß. Das sei leider schon fast so etwas wie traurige Normalität. Den Rentner und die Lehrerin ärgert nicht nur die Raserei an sich. Das Thema Ordnung und Sicherheit auf dem Krauschwitzer Weg müsse generell auf den Prüfstand gestellt und Veränderungen unverzüglich herbeigeführt werden, sind sich die beiden einig. Als ein gravierendes Beispiel führen sie den noch vor Monaten existierenden kombinierten Rad- und Gehweg an, der seitens des Ordnungsamtes Bad Muskau und der Polizei nicht mehr gestattet ist und die verblasste Markierung deshalb auch nicht mehr erneuert wurde. Das hatte die RUNDSCHAU seinerzeit von Gemeinderat Uwe Horbaschk, 2. stellvertretender Bürgermeister, erfahren, der auch Vorsitzender des Umwelt- und Ordnungsausschusses ist. Die Folge: Fußgänger und Radfahrer müssen die stark frequentierte Straße benutzen, die von vielen als Ortsverbindung genutzt wird. Gerade für Kinder sei das ein Sicherheitsrisiko, weil sie jetzt gezwungen sind, auf jener Seite zu laufen oder zu fahren, auf der Rasengittersteine verlegt sind. Das würde eine zusätzliche Gefährdung darstellen.

Ein Zustand, der so nicht hingenommen werden könne, betonen Bernhardt Wichote und Birgit Hanzel. Sie fordern u.a. im Namen der Anwohner des Krauschwitzer Weges eine Überprüfung der unübersichtlichen Verkehrsführung dort, ein Fahrverbot für Lkw und Busse, verstärkte Kontrollen der Polizei hinsichtlich der Einhaltung des Tempolimits.

Ihr Schreiben mit den Unterschriften der betroffenen Bürger haben sie an die Gemeinde, die Stadt Bad Muskau, die Polizeidirektion Görlitz, die Beauftragte des Landkreises für Belange behinderter Bürger und das sächsische Innenministerium geschickt. "Die bisherigen Reaktionen sind eher ernüchternd. Doch wir werden nicht aufgeben", unterstreichen Bernhardt Wichote und Birgit Hanzel.

Die Gemeinde hat signalisiert, dass die Einwohner eine Antwort erhalten werden. Das Landratsamt sprach von einem vorgesehenen Vor-Ort-Termin mit Verkehrspolizei und Straßenverkehrsamt.