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Seenland
Leuchtturm „wandert“ an seinen Ursprungsplatz zurück

Der Leuchtturm ist im Hafen Klitten vorübergehend festgemacht worden. Die Sicherung war notwendig geworden, weil Sturm Herwart die Verankerung zur Steganlage gelöst hatte.
Der Leuchtturm ist im Hafen Klitten vorübergehend festgemacht worden. Die Sicherung war notwendig geworden, weil Sturm Herwart die Verankerung zur Steganlage gelöst hatte. FOTO: Regina Weiß
Boxberg . Boxberg gibt Geld für Reparatur aus und will bei künftigen Stürmen gewappnet sein Regina Weiß

Manchmal können Frauen für Albträume sorgen. Friederike – der Sturm dieses Namens – hat jüngst bei Roman Krautz, Amtsleiter Bärwalder See, für jene Schlafstörungen gesorgt. „Ich habe schon alles wegschwimmen sehen“, so sein Verdacht. Deshalb führte ihn der erste Weg am Morgen nach Friederike zum See. Froh sei er gewesen, so Krautz am Montagabend im Gemeinderat, dass der Sturm keinen weiteren Schaden verursacht habe und die Sicherungen, die im November durchgeführt wurden, sich auch bewährt hatten. Denn an den Schäden, die die Sturmtiefs Xavier und Herwart hinterlassen haben, knabbert die Kommune heute noch. Und sie will diesbezüglich auch für die Zukunft vorbauen.

Nachdem im November schon ein erster Auftrag für die Notsicherung am Wellenbrecher und weitergehende Untersuchungen ausgelöst worden waren, steht nun fest, was es kostet, um den Leuchtturm, der derzeit im Hafen fest verankert ist, wieder an seinen ursprünglichen Platz zu bugsieren.

Rund 26 000 Euro nimmt Boxberg dafür in die Hand. Der Auftrag ergeht an ein Unternehmen aus Ribnitz-Damgarten. „Ich bin froh, dass wir so schnell jemand gefunden haben. Die Firmen habe alle gut zu tun“, so Krautz. Schon am 15. Februar sollen die Arbeiten beginnen. Können sie auch, denn der Rat hat einstimmig grünes Licht gegeben.

Die Leuchtturminsel wird dann wieder an ihren ursprünglichen Platz bugsiert. Allerdings soll sie von der Wellenbrecheranlage entkoppelt werden. Laut Bürgermeister Achim Junker (CDU) wirkte die Insel wie der schwere Teil am Schwanz. Dass man der Statik nun Rechnung tragen will, hat aber auch zur Folge, dass die Fläche rund um den Leuchtturm nicht mehr öffentlich begehbar gemacht wird.

„Ich freue mich, dass der Leuchtturm nun wieder an die alte Stelle kommt. Wenn ich aber lese, dass keine Gewährleistung übernommen wird, dann wirft das Fragen auf. Jetzt geben wir 26 000 Euro aus und dann haben wir vielleicht wieder das nächste Ärgernis“, warf Gemeinderätin Sigrun Hajdamowic ein.

Um die Verankerungen für die Zukunft fit zu machen, setzt Boxberg auf einen Förderantrag. Das entsprechende Schriftstück sollte am Dienstag auf den Weg gebracht werden. Es geht an das Sächsische Oberbergamt in Freiberg. Die Gemeinde hofft auf Paragraf-vier-Mittel (Maßnahmen zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards der Bergbaufolgelandschaften). Laut Krautz sind die Anlagen 2005/2006 geplant worden. „Zwischenzeitlich haben sich neue Erkenntnisse ergeben“, so Krautz. Gerade was die Kraft von Wind und Wellen betrifft.

Für Krautz besteht beim Schutz sogar Gefahr im Verzug, um die Anlagen für die nächsten zehn, 20 Jahre fit zu machen, ohne immer neues Geld im Bärwalder See zu versenken.

Im Frühjahr erfolge die entsprechende Sitzung der Arbeitsgruppe, in der auch der Boxberger Antrag besprochen werden soll. Die Förderung würde in dem Fall 90 Prozent betragen. Doch 90 Prozent von wie viel? Gebaut wurden die Steganlagen damals für 4,2 Millionen Euro. Kostet eine Ertüchtigung zwei Millionen Euro? „Ob es so ist, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Die Zahl habe ich jetzt mal völlig aus der Luft gegriffen“, so Krautz. Hinzu komme, dass dazu nichts im Haushalt eingeplant sei.

„Gibt es denn keine Technik, keinen Gutachter, der so etwas berechnen kann?“, fragt Gemeinderat Armin Hoffmann. Er favorisiert lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.