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| 15:04 Uhr

Lehrerausbildung in Ostsachsen
Lehrerausbildung in Ostsachsen

 Kultusminister Christian Piwarz (li.) freut sich über das neue Fortbildungszentrum für künftige Lehrer in Löbau. Daneben der scheidende MdL Heinz Lehmann (CDU).
Kultusminister Christian Piwarz (li.) freut sich über das neue Fortbildungszentrum für künftige Lehrer in Löbau. Daneben der scheidende MdL Heinz Lehmann (CDU). FOTO: Uwe Menschner
Löbau. Referendare für den Grundschuldienst müssen nicht mehr nach Dresden pendeln. Nur ein kleines Problem gibt es noch, für das aber Abhilfe in Sicht ist. Von Uwe Menschner

Lehramtsreferendare für den Grundschuldienst werden ab dem 22. August auch in der Oberlausitz weitergebildet. An diesem Tag beginnen an der neuen Fortbildungseinrichtung in Löbau zwei Kurse mit insgesamt 25 Teilnehmern. Referendare sind Lehramtsstudenten nach dem ersten Staatsexamen, die an vier Tagen in der Woche bereits an Schulen unterrichten und an einem Tag selbst die Schulbank drücken. Das Referendariat dauert 18 Monate und endet mit dem zweiten Staatsexamen. Bereits zu DDR-Zeiten wurden in dem Gebäude Grundschullehrer ausgebildet.

Laut dem sächsischen Kultusminister Christian Piwarz (CDU) soll die Ausbildung in Löbau einen Anreiz dafür schaffen, dass sich die künftigen Lehrer für ein Berufsleben in der Oberlausitz entscheiden. „Das Referendariat ist eine Zeit, in der die Sozialisation der künftigen Lehrer stattfindet. Sie schließen Partnerschaften und beginnen mit der Familienplanung. In dieser Zeit kristallisiert sich auch der spätere Lebensmittelpunkt heraus“, so der Minister. „Wenn die Referendare in dieser Zeit nicht jede Woche nach Dresden fahren müssen, sondern auch die Weiterbildung in der Region stattfindet, bleiben vielleicht mehr von ihnen hier, wo wir sie besonders dringend brauchen.“

Die Oberlausitz ist nämlich nach wie vor das Sorgenkind des Kultusministers, wenn es um die Gewinnung von Lehrern geht. „Auch für das in Kürze beginnende Schuljahr haben wir hier noch Bedarf an neuen Lehrern, gerade im Grundschulbereich. Genaue Zahlen kann ich aber erst ab dem 15. August nennen, wenn das Bewerbungsverfahren endet“, so Christian Piwarz.

Einer der beiden jetzt beginnenden Kurse besteht aus Referendaren, die ihre Fortbildung im Februar in Dresden begonnen haben: „Das Interesse, nach Löbau zu wechseln, war durchaus vorhanden“, so Frieder Glanz, Abteilungsleiter im Landesamt für Schulen und Bildung.

Für den scheidenden Landtagsabgeordneten Heinz Lehmann (CDU) sind das alles richtige Maßnahmen – aber auch Maßnahmen, die viele Jahre zu spät kommen. „Jahrzehntelang wurde der Lehrerberuf in den ländlichen Regionen Sachsens so unattraktiv gemacht, wie nur möglich“, kritisiert er im Nachhinein eine Entwicklung, gegen die er vergeblich angekämpft habe. Jetzt bemühe sich die Landesregierung endlich, die Verhältnisse wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Seine eigene Tochter, so Lehmann, werde aber nicht mehr davon profitieren: „Sie arbeitet als Lehrerin im thüringischen Eichsfeld.“ Gerade nach Thüringen sind zahlreiche sächsische Lehramtsbewerber abgewandert, weil der benachbarte Freistaat bessere Bedingungen bot. Doch das ist jetzt vorbei: Die Zahl der „Rückkehrer“ aus anderen Bundesländern, aber auch aus anderen Berufsgruppen steigt laut Christian Piwarz kontinuierlich an – der in Aussicht stehenden Verbeamtung und dem „höchsten Referendarsgehalt in ganz Deutschland“ sei Dank.

Seinen künftigen Grundschullehrern will der Freistaat Sachsen jedenfalls in Löbau, ebenso wie im westsächsischen Annaberg-Buchholz, beste Bedingungen bieten: „Unser Gebäude in Löbau verfügt über ausreichend Platz und ist hochmodern ausgestattet“, versichert Frieder Glanz. Das Verhältnis von 17 Ausbildern zu 25 Studierenden erscheint geradezu paradiesisch, wird sich aber noch ändern: „Die Kapazitäten reichen für 60 Plätze.“ Und Oberbürgermeister Dietmar Buchholz bietet seine Hilfe bei einem noch bestehenden leidigen Problem an: Dem der Parkplätze.

 Kultusminister Christian Piwarz (li.) freut sich über das neue Fortbildungszentrum für künftige Lehrer in Löbau. Daneben der scheidende MdL Heinz Lehmann (CDU).
Kultusminister Christian Piwarz (li.) freut sich über das neue Fortbildungszentrum für künftige Lehrer in Löbau. Daneben der scheidende MdL Heinz Lehmann (CDU). FOTO: Uwe Menschner