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Leben in Daubitz hat Zukunft

Die Kinder des Ortes haben Plakate gestaltet, mit denen die Gäste willkommen geheißen werden.
Die Kinder des Ortes haben Plakate gestaltet, mit denen die Gäste willkommen geheißen werden. FOTO: Regina Weiß
Daubitz. 661 Jahre Daubitzer Dorfgeschichte in drei Stunden Rundgang zu pressen, funktioniert nicht. Dann hätte man pro Jahr gerade mal 26 Sekunden Zeit, hat Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) ausgerechnet. Regina Weiß

Aber deswegen ist das Programm, mit dem die Daubitzer als Erste beim Kreisdurchgang vom Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" aufwarten, nicht weniger ambitioniert. Im Gegenteil - in einem straffen Zeitplan werden die Stationen absolviert. Vom Schulmuseum geht es zu Fuß in die Grundschule, von der Kirche zum Marktplatz und zur Apfelschmiede, schließlich mit dem Kremser von der Bäckerei Öfchen, zum Ferienhaus Martha über die 450 Jahre alte Hufeisenulme bis hin zur Forest Village Ranch. Von 14 bis 17 Uhr werden die sieben Jury-Mitglieder mit vielen Informationen gefüttert. "Da muss man sich schon die eine oder andere Notiz machen, damit man nicht den Überblick verliert", so Bürgermeister und Jurymitglied Roland Höhne. Er muss letztlich das Gesamtbild einschätzen. Andere Jurymitglieder sind für die wirtschaftliche Entwicklung oder das Dorf in der Landschaft beziehungsweise die sozialen Komponenten zuständig. In Daubitz haben sie Paten an ihrer Seite, die über die entsprechenden Fakten der jeweiligen Fachbereiche verfügen.

"Das Leben auf dem Dorf bietet besondere Chancen, eine besondere Qualität. Das Leben auf dem Dorf hat Zukunft", ist sich Ralf Brehmer sicher. Dafür ist die Bewerbung schon ein beredtes Beispiel.

Brehmer kann sich nämlich glücklich schätzen, dass die Initiative für die Teilnahme aus der Bevölkerung heraus angeschoben wurde. Konkret sind Diana Tüngerthal, Christiane Henoch und Constanze Peter "schuld" an der Bewerbung. Sie stehen sozusagen exemplarisch für die Generation, die künftig in Daubitz die Dorffäden zusammenhalten wird. Johannes Lehmann, Jahrzehnte im Karnevalsverein aktiv, begrüßt dieses Engagement ausdrücklich, noch dazu, wo der Gemeinderat in Rietschen sich gegen eine Teilnahme am Wettbewerb ausgesprochen hatte.

Seit Juni haben nicht nur die drei Frauen, sondern viele Daubitzer am Programm mitgestrickt. Sie sind stolz auf das Erreichte und wollen das auch zeigen. Auf die sanierte Grundschule mit ihrem einmaligen Förderangebot und moderner Ausstattung. 130 Kinder profitieren davon. Auf den tollen Zwischenbau in der Kita Daubitz oder die frisch sanierte Kirche, deren Fassade wieder leuchtet. Auf die Dorfheizung, die nach Investitionen in die Infrastruktur in den 90er-Jahren nun für Daubitz ein Alleinstellungsmerkmal ist. Oder die Forest Village Ranch, die den Namen von Daubitz immer bekannter macht.

Aber es sind auch die besonderen Initiativen, die den Ort lebens- und liebenswert machen. Wie die Aktion, die Gemeindekirchenratsmitglied Ivonne Walter vor gut zwei Jahren angeschoben hat und der Jury in der Kirche vorstellt. Jedes Neugeborene wird beschenkt. Es gibt den knuffigen Sankt-Georgs-Drachen, gestrickte Baby-Schuhchen und eine Kerze mit dem Geburtsdatum.

Übrigens, das Unsichtbare, das auch das Dorfleben ausmacht, so Diana Tüngerthal, aber nicht in die drei Stunden passt, wurde auf einer 50-seitigen Dokumentation zusammengetragen und der Jury als Lesestoff mitgegeben. Bevor am 5. Oktober im Sorbischen Kulturzentrum in Schleife mitgeteilt wird, wer den Wettbewerb auf Kreisebene für sich entschieden hat, schaut sich die Jury noch in Gablenz (22. September 10 bis 13 Uhr), Rohne (22. September 14 bis 17 Uhr), Kreba-Neudorf (25. September 10 bis 13 Uhr) und Klein Priebus (10 bis 13 Uhr) um.