Es ist immer ein kleines Erlebnis, der Ergebnisfindung des Weißwasseraner Stadtrates beizuwohnen, wenn dieser über die Leag-Gelder befindet, die hiesigen Vereinen zugutekommen sollen. Klar, seit der Übernahme der Vattenfall-Kohlesparte durch die Leag sind die Mittel, die Weißwasser für örtliche Vereine erhält, kontinuierlich gesunken. Inzwischen geht es noch um 60.000 Euro – von ehemals 100.000 Euro. Jährlich überzeichnen die Anträge, die Vereine für eigene Projekte stellen, das zur Verfügung gestellte Budget.
Noch Ende März hatten die Fraktionen Klartext, KJiK, Die Linke und „Für unser Weißwasser“ den Antrag gestellt, die Mittel für die Bereiche Sport, Kultur, Wohlfahrtspflege und Jugendhilfe nach einem festgelegten Prozentsatz von der jeweils erhaltenen Summe aufzuteilen. Die Hälfte soll für Sportvereine reserviert bleiben, 20 Prozent für Jugendhilfe, 18 Prozent für Kultur und zwölf Prozent für die Wohlfahrtspflege. Über jeden Bereich soll separat im Stadtrat abgestimmt werden.
Was zunächst gerechter klingt, hat aus Sicht der SPD im Weißwasseraner Stadtrat aber auch den „Beigeschmack“, dass bei jedem Beschluss in den Bereichen auch jeweils eine andere Befangenheit zugrunde liegt. Und da mehrere Stadträte zum Teil in Vereinen agieren und damit Antragsteller sind und nicht mit abstimmen dürfen, entfällt dies nun für den jeweiligen Bereich, in dem sie mit ihrem Verein nicht aktiv sind.

Stadtrat entscheidet am 29. Juni

Während der jüngsten Sitzung ist der Antrag dennoch mehrheitlich beschlossen worden. So stimmte die AfD-Fraktion dagegen, SPD/CDU hat sich enthalten während Klartext, KJiK, Linke und „Für unser Weißwasser“ sich dafür ausgesprochen haben.
Zur kommenden Stadtratssitzung, am Mittwoch, 29. Juni ab 16 Uhr in der Dreifelder-Turnhalle der Bruno-Bürgel-Oberschule in Weißwasser soll nun über die einzelnen Bereiche abgestimmt werden. Wie Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) erklärt, sei die Entscheidung nicht einfach, da erneut mehr Spendenmittel beantragt als tatsächlich zur Verfügung gestellt wurden.