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Umwelt
Leag: Beeinträchtigungen nehmen ab

Sandstürme wie dieser über dem Tagebau Nochten werden Episoden genannt. Laut Tagebau-Betreiber Leag sind sie die Ausnahme. Die Beeinträchtigungen für Weißwasser haben abgenommen.
Sandstürme wie dieser über dem Tagebau Nochten werden Episoden genannt. Laut Tagebau-Betreiber Leag sind sie die Ausnahme. Die Beeinträchtigungen für Weißwasser haben abgenommen. FOTO: Joachim Rehle
Weißwasser. Nach Messungen macht der Tagebau Nochten in Weißwasser weniger Lärm und Staub als in der Vergangenheit.

So manch einer im Lesesaal der Stadtbibliothek nahm es mit Kopfschütteln zur Kenntnis, als Leag-Immissionsschutzbeauftragter Jens Höhna die Messergebnisse der Lärm- und Staubimmissionen aus den vergangen zwei Jahren nannte und zu dem Ergebnis kam: Die Beeinträchtigungen des Tagebaus Nochten auf die Einwohner in Weißwasser haben inzwischen weiter abgenommen.

Denn wer es schon einmal erlebt hat, wie der Sand regelrecht zwischen den Zähnen knirscht, wenn so eine Staubwolke durch die Stadt zieht, nimmt das Gegenteil an. Die Fachleute sagen dazu Episode, und genau eine solche hat Weißwasser zum Beispiel am 13. September erlebt. An diesem Tag entstand auch das Foto. „Ja, das ist so eine typische Situation, wo alle Maßnahmen von uns nicht ausreichen und die wir einfach nicht vermeiden können“, sagte Höhna ohne Umschweife. Wenn der Wind mit über acht Metern in der Sekunde unterwegs ist, und das auch noch aus der „richtigen“ Richtung, und es vorher lange trocken war, dann kommt es zu diesen kritischen Erscheinungen.

In Weißwasser sind sechs Staub-Messpunkte installiert: Klärwerk, An der Rennbahn, Sachsendamm, Krankenhaus, Kursana und Prof.-Wagenfeld-Ring.

An den von externen Gutachtern ermittelten Werten an den genannten Bereichen lasse sich nachweisen, dass die Immissionen weiter rückläufig sind. Der gemessene Staubniederschlag beträgt an diesen Stellen zwischen 0,07 bis 0,13 Gramm je Quadratmeter am Tag. Im Vergleich dazu sei der Jahresrichtwert genannt, der nicht überschritten werden darf – 0,35.

Jens Höhna begründete die niedrigeren Werte im Vergleich zu den Vorjahren damit, dass ja der aktive Tagebau Nochten nicht mehr unmittelbar vor Weißwassers Haustür sei, sondern ein ganzes Stück in Richtung Trebendorf gewandert ist. Bei den erwähnten Episoden steigt der Staubniederschlag auch mal bis 0,21 Gramm, wie an der Rennbahn gemessen. Das sei mit 600 Metern Abstand der am meisten beeinflusste Standort, so Höhna.

Der Lärm wird ebenfalls von einem externen Büro gemessen, und das an drei verschiedenen Stellen in Weißwasser: Rennbahn, Grüner Weg und Prof.-Wagenfeld-Ring. Die Messungen erfolgen demnach halbjährlich und grundsätzlich in den Nachtstunden. Jens Höhna nannte als Zeitspanne 22 bis 6 Uhr. Wie beim Staub ist auch in Sachen Geräusche der Bereich an der Rennbahn am stärksten betroffen. Vor zwei Jahren wurden dort 44,1 und 42,7 Dezibel festgehalten, 2016 dann 44,9 und 39,1. „Wir haben auch hier eine abnehmende Tendenz, aber nicht so linear wie beim Staub“, schlussfolgerte der Experte. Gemessen wird bereits seit 1991, aber anfangs nicht so umfassend.