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Leag schickt Ökowasser ins Alte Schleifer Teichgelände

Die Luftaufnahme zeigt die Grubenwasservorbehandlungsanlage bei Trebendorf und das Ortsgebiet. Im hinteren Bereich ist der Halbendorfer See zu sehen.
Die Luftaufnahme zeigt die Grubenwasservorbehandlungsanlage bei Trebendorf und das Ortsgebiet. Im hinteren Bereich ist der Halbendorfer See zu sehen. FOTO: Hartmut Rauhut
Trebendorf. Nach erfolgreichem Probebetrieb hat die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) jetzt in Trebendorf eine Grubenwasservorbehandlungsanlage in Vollbetrieb genommen. Mit ihr wird Ökowasser für das Alte Schleifer Teichgelände bereitgestellt. pm/ckx

Das teilt Konzern-Sprecher Thoralf Schirmer mit.

Errichtet wurde die Anlage auf einer Fläche von 23 000 Quadratmetern einer ehemaligen Kiesgrube rechts am Trebendorfer Ortsrand in Richtung Weißwasser. Sie verfügt über zwei Absetzbecken mit einem Fassungsvermögen von zusammen 34 000 Kubikmetern. Diese sind jeweils 4,5 Meter tief und mit einem Schilfgürtel versehen. Das Wasser bleibt sieben Tage in dem Becken. So lange dauert der Reinigungsprozess.

In dieser Zeit können sich Schwebstoffe am Boden ablagern. Das so vorbehandelte Wasser fließt schließlich über ein offenes Gerinne in das geschützte Flora-Fauna-Habitat (FFH), um dessen Wasserhaushalt zu stützen. Das Wasser darf nach der Reinigung nur maximal drei Milligramm Eisengehalt aufweisen. Gegenwärtig kommt Grubenwasser mit zwei bis sechs Milligramm rein. In die Ökowasserleitung fließt es mit nur noch einem Milligramm. "Wir erfüllen damit eine Zielvorgabe des Braunkohlenplans für den Tagebau Nochten", erklärt Dr. Thomas Koch, Leiter Wasserwirtschaft bei der LEAG. "Unsere Anlage gewährleistet bereits präventiv eine stützende Versorgung für das Alte Schleifer Teichgelände und andere wasserabhängige Lebensräume, die von der Grundwasserabsenkung durch den Tagebau beeinflusst werden können wie der neue Dorfteich von Trebendorf oder die Alte Badeanstalt. Diese Aufgabe wird sie auch in den nächsten Jahrzehnten erfüllen, bis sich mit dem Grundwasser-Wiederanschluss ein sich weitgehend selbst regulierender Wasserhaushalt eingestellt hat."

Dabei soll nur das beste Wasser in den Gewässern ankommen. Für diesen Zweck, so Koch, seien aus den Brunnengalerien, die entlang des Tagebaus für die geotechnisch notwendige Grundwasserabsenkung erforderlich sind, einzelne Brunnen nach der Qualität des geförderten Wassers ausgewählt worden. Diese Brunnen versorgen über direkte Leitungen die Vorbehandlungsanlage. Drei Kubikmeter Wasser pro Minute fließen im Durchschnitt aus der Anlage in die schützenswerten Lebensräume. Bei Bedarf könne die Menge auf fünf Kubikmeter erhöht werden, erklärt der Leag-Sprecher. Geregelt wird die Wassermenge über den Einlauf des Brunnenwassers in die Anlage, der vom Zentralleitstand des Leag-Wasserwerkes in Schwarze Pumpe überwacht wird.

Knapp 100 Hektar Laub- und Nadelmischwald sowie Feuchtwiesen bilden das Alte Schleifer Teichgelände zwischen Trebendorf und Schleife. Es ist seit 1998 als FFH-Gebiet gelistet.