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Leader-Anträge müssen noch warten

Görlitz/Hoyerswerda. Die sächsischen Leader-Regionen stehen jetzt fest. Sowohl die Kulisse "Lausitzer Seenland" als auch "Östliche Oberlausitz" gehören dazu. Doch wer glaubt, sofort können Förderanträge gestellt werden, der irrt. Gabi Nitsche

In den Gemeinden der beiden Förderkulissen wird schon kräftig mit den Hufen gescharrt. Verschiedene Vorhaben lagern in den Schreibtischladen und warten nur darauf, dass es endlich Geld dafür gibt. So hofft die Gemeinde Groß Düben zum Beispiel auf Mittel für die Sanierung der Alten Schule in Halbendorf. Boxberg würde gern Fördergelder für zwei Straßenbauvorhaben nutzen.

Doch bis die ersten Fördergelder ausgereicht werden, fließt vermutlich noch viel Wasser die Spree hinunter. Davon ist Christoph Biele überzeugt. Der Mitarbeiter von der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz (ENO) steht der Leader-Aktionsgruppe der Förderregion "Östliche Oberlausitz" vor. Sie ist eine von 30 anerkannten Gebietskulissen für die aktuelle Periode 2014 bis 2020.

Die Urkunden für diese gab es in der vergangenen Woche einschließlich eines Hausaufgabenheftes. Die jeweiligen Entwicklungsstrategien, ohne die keine Region eine Chance gehabt hätte, brauchen noch einige Nachbesserungen. "Es sind eigentlich Formalien, die das Haushaltsrecht und EU-Dinge betreffen", umschreibt es Biele. Wenn das überarbeitete Konzept von Dresden grünes Licht bekommen hat, soll der offizielle Startschuss für Projektanträge fallen.

Insgesamt circa 15,7 Millionen Euro stehen in der "Östlichen Oberlausitz" zur Verfügung, und deren Kulisse erstreckt sich entlang der Neiße von Bad Muskau bis nach Ostritz. "Wir wollen das Geld unbedingt in die Region holen", sagt der Koordinator. Denn es soll helfen, die Dörfer noch lebenswerter zu gestalten. Gefördert werden Projekte von Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und Kommunen. Die jeweils in den Leader-Regionen aufgestellten Entwicklungsstrategien geben die Richtung vor, was konkrete Vorhaben angeht.

Das trifft auch auf die Kulisse "Lausitzer Seenland" zu mit Schleife, Groß Düben, Trebendorf, Rietschen, Boxberg, Kreba-Neudorf im Landkreis Görlitz sowie Lohsa, Spreetal, Hoyerswerda, Elsterheide und Lauta im Landkreis Bautzen. In Aussicht gestellt werden für diese insgesamt rund zehn Millionen Euro. Über die Jahre gesehen und bei der Fülle der Projekte für die künftige dörfliche Entwicklung wird diese Gesamtsumme seitens der Gemeinden als Tropfen auf den heißen Stein gesehen. Das bürokratische Monster, welches über das EU-Förderprogramm wache, sei dagegen unverhältnismäßig groß.

Eine Hürde, die die Leader-Regionen auch noch nehmen müssen, betrifft die geforderte europaweite Ausschreibung für die jeweiligen Regionalmanagements. Die bisherigen Büros, die diese Aufgabe in der vorangegangenen Förderperiode erfüllten, dürfen das nicht mehr nahtlos fortsetzen. "Es ist zwar aufwendig, aber das EU-Recht fordert das nun einmal", betont Dietmar Wolf, Fachbereichsleiter Bau im Rathaus Hoyerswerda, der die Lea der-Aktionsgruppe "Lausitzer Seenland" leitet.

Wenn auch das in Sack und Tüten ist, kann es an die eigentliche Arbeit gehen, so Wolf, können Projektanträge angenommen werden. Der Hoyerswerdaer ist zuversichtlich, dass das noch im Sommer der Fall sei.

Insgesamt leben in der Leader-Region "Lausitzer Seenland" circa 67 300 Einwohner auf einer Fläche von 916,9 Quadratkilometern. In der "Östlichen Oberlausitz" sind es etwa 126 700 Einwohner auf 1040 Quadratkilometern.