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| 11:56 Uhr

Kooperation von Weltkulturerbestätten
Lausitzer Unesco-Stätten vernetzen sich

Die traditionelle Teichwirtschaft in der Lausitz wird ebenfalls durch die Unesco geschützt.
Die traditionelle Teichwirtschaft in der Lausitz wird ebenfalls durch die Unesco geschützt. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Wartha. Muskauer Park, Geopark, Biosphärenreservate und die Sorben wollen künftig kooperieren. Von Torsten Richter-Zippack

Was haben der Muskauer Park, der Geopark Muskauer Faltenbogen sowie die Biosphärenreservate Spreewald und Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gemeinsam? Sie gehören zu den Stätten der Unesco, der Kultur- und Bildungsorganisation der Vereinten Nationen. Hinzu gesellen sich die Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben, die als immaterielles Kulturerbe ebenfalls von der Unesco anerkannt sind. „Wir haben also auf engem Raum mehrere bedeutende Unesco-Stätten. Das ist keineswegs alltäglich“, fasst Susanne Bärisch, Sprecherin des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, zusammen. Die geografische Nähe sowie ähnliche Ziele verlangen geradezu nach einer Kooperation dieser Höhepunkte. Genau daran wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet. „Wir wollen künftig verstärkt kooperieren“, erklärt Bärisch.

Gemanagt wird dieser Prozess von Nancy Sauer, Leiterin der Geschäftsstelle des Geoparks Muskauer Faltenbogen. „Es soll eine entsprechende Vereinbarung zwischen den Lausitzer Unesco-Stätten geben“, kündigt die Weißwasseranerin an. Darin gehe es um die Vernetzung im Marketing, insbesondere um die überregionale Bekanntmachung des Gebietes, um gemeinsame Reiseangebote, Bildungsprojekte und weitere Vorhaben zum Nutzen aller. Sauer rechnet im kommenden Herbst mit der Unterschriftsreife des Abkommens. Durch das Team des Geoparks Muskauer Faltenbogen ist diese Kooperation angeschoben worden. „Es bringt schließlich wenig, wenn jeder nur sein eigenes Süppchen kocht“, sagt Nancy Sauer. Derzeit werden die gemeinsamen Schnittmengen zwischen den einzelnen Attraktionen ausgelotet. Die Expertin bezeichnet die Unesco-Stätten in der Lausitz als „großes Faustpfand für die Region“. Gerade in Zeiten des Strukturwandels müsse man zusammenhalten.

Ein konkretes Beispiel sei das geplante Besucherzentrum des Geoparks im Kavaliershaus innerhalb des Muskauer Parks. Das von außen bereits sanierte Gebäude soll in den kommenden Jahren umgebaut werden. Der dafür notwendige Beschluss vonseiten der Stiftung Fürst-Pückler-Park ist im vergangenen Mai gefasst worden. Jetzt folgt ein Architekturwettbewerb, kündigt Nancy Sauer an. Sie rechnet allerdings nicht vor dem Jahr 2022 mit einer Eröffnung des Besucherzentrums. Bislang hat der Geopark ein kleines, wenig attraktives Infozentrum an der Döberner Ortsdurchfahrt.

Darüber hinaus sind zwei der Lausitzer Unesco-Stätten grenzüberschreitend. Sowohl der Muskauer Park als einer der bundesweit 44 Weltkulturerbestätten (weltweit rund 1100) als auch der Geopark Muskauer Faltenbogen besitzen Anteile in Deutschland und Polen. Eine weitere Besonderheit gibt es indes im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. „Wir sind das einzige Schutzgebiet dieser Art in Deutschland, das in die Bergbaufolgelandschaft hineinreicht“, sagt Susanne Bärisch. Konkret meint die Sprecherin den Nordzipfel des Reservates, der von den auf Kippenland angelegten Ratzener Fischteichen bis zur Spülkippe am Speicher Lohsa II westlich von Bärwalde reicht. Darüber hinaus befinden sich im Reservat rund 350 Teiche als Teil der größten zusammenhängenden Teichlandschaft Mitteleuropas. Nicht zuletzt wird im Schutzgebiet die Brücke zu den Sorben geschlagen, da das Areal mit seinen 59 Dörfern und 9000 Einwohnern zum zweisprachigen Gebiet gehört.