ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 00:00 Uhr

Lausitzer Mozart-Projekt hat Option für Washington

LÜBBEN.. Das ehrgeizige Mozart-Projekt von Chorleiter Michael Zumpe mit einer szenischen Fassung der „Zauberflöte“ und dem Requiem hat in den Konzerten in Lübben, Finsterwalde und Ruhland mehr als 2000 Hörer begeistert.

Das Projekt, an dem mehr als 130 Sänger aus Chören der Lausitz mitwirken, wird nicht zu den Akten gelegt, denn es gibt Nachfragen aus dem In- und Ausland.
"Es gab wohl keine der 64 Proben in Ruhland und Lübben vor dem ersten Konzert in der Paul-Gerhardt-Kirche der Spreewald-Kreisstadt, in der wir uns nicht doch gefragt haben: Packen wir das„" Michael Zumpe hat an seinen Sangesfreunden nie gezweifelt, "aber es gab doch Stunden der stillen Verzweiflung, wenn es im ,Requiem' absolut nicht klappen wollte", gesteht er nach der erfolgreichen ersten Konzert-Serie.
Dann aber habe es nie an den Sängern, sondern am Chorleiter gelegen, der sie nicht genügend motiviert habe, sagt er. "Singen Sie mal als Nicht-Lateiner das ganze ,Requiem' in dieser Weltsprache. Da muss man den Sängern schon Hintergrundwissen geben."
Das Mozart-Projekt, zunächst selbst von Opernchor-Profis belächelt, dann aber doch mit Achtung zur Kenntnis genommen, habe Musikfreude in die Lausitz getragen. Zum einen fanden sich Sänger aus vielen Chören zusammen. Sie trugen zunächst ihren inneren Zweifel, „ob wir das können, in sich und erfreuten sich schließlich am gemeinsamen Erfolg in den Konzerten“ . Zum anderen seien Hörer in die Kirchen in Lübben, Finsterwalde und Ruhland gekommen, die sonst weder eine Oper und schon gar nicht ein Gotteshaus von innen gesehen hatten. "Nach den Konzerten haben sich viele bei Sängern und auch bei mir für diesen Wissenszuwachs bedankt", freut sich Michael Zumpe.

Auf großes Interesse gestoßen
In Chorkonzert-Kreisen haben Zumpe, sein großer Chor, das Brandenburgische Kammerorchester Cottbus sowie die Gesangssolisten Christiane Kapelle (Sopran), Maria Meckel (Mezzosopran), Kerstin Domrös und Felicitas Ziegler (Alt), Peter Ewald (Tenor) und Burkhard Kosche (Bass) eine Lawine des Interesses los getreten. In der Lausitz meldeten sich Gemeinden, die gern Aufführungen des Mozart-Projektes in ihren Orten erleben würden. Angedacht sind Präsentationen des Projektes während eines Gastspiels in Thüringen und in der Potsdamer Nikolaikirche. "Auch die Luckauer Nikolaikirche könnte eine Spielstätte für das Projekt sein", denkt Michael Zumpe laut nach.
Konkrete Formen nimmt ein Gastspiel im schweizerischen Genf an, denn die Präsidentin des dortigen Orchesters Florence Krauskopf ließ sich vom Erfolg des Mozart-Projektes berichten. Sie könnte sich wie Zumpe eine brandenburgisch-schweizerische Kooperation mit Konzerten in Genf und Montreux vorstellen. Wenn im Jahr 2008 an der Nordküste der USA rings um Washington ein großes Sängerfest stattfinden wird, könnte das Projekt ebenfalls das Land Brandenburg vertreten. Der Ruhlander Männerchor, er ist einer der tragenden Chor-Säulen des Mozart-Projektes, hat in Washington gesungen und von dort Signale des Interesses bekommen.
Wie hält man solch einen großen Chor für künftige Konzerte fit“ Michael Zumpe baut auf sein Rezept: die Sänger in Teil- und Gesamtproben immer wieder für Mozart begeistern und sie bei Stimme halten, vor den Konzerten intensiv proben und vor allem mit diesem "tollen Team" über weitere Projekte nachdenken. "Auf den Lorbeeren ausruhen, das geht nicht", ist sich Michael Zumpe sicher. Denn das gemeinsame Singen mache riesigen Spaß. Die Option auf künftige Konzert-Erfolge aber auch. (-ds/dh)