Von Torsten Richter-Zippack

Rüdiger Richter ist ganz zufrieden: „Ich rechne in diesem Jahr mit rund 30 Tonnen Fisch aus der Schwarzen Lache. Das ist für die schwierigen Verhältnisse eine ordentliche Menge“, resümiert der Inhaber der Teichwirtschaft Kreba während des traditionellen Abfischens. Mit „schwierig“ meint der Fachmann in erster Linie den zurückliegenden Dürresommer. Rund einen halben Meter war das Wasser im mit 80 Hektar größten Gewässer seiner Teichwirtschaft gefallen. Dennoch haben sich die Fische, in erster Linie Karpfen, Graskarpfen, Hechte und Schleie, ganz normal entwickelt. „Manchmal könnte man an Wunder zu glauben“, sagt Richter.

Allerdings fehlt es an Sauerstoff im verbliebenen Lache-Wasser. Der Teich wurde bereits vor einigen Wochen abgelassen, nur in der Fischgrube, also an der tiefsten Stelle, gibt es noch ausreichend Nass. Spezielle Belüftungstechnik wälzt das Wasser um und sorgt für mehrere Springbrunnen. „Für Mitte Oktober ist das Wasser noch viel zu warm“, begründet Rüdiger Richter. Er schätzt die derzeitige Temperatur auf zwölf Grad, für die Jahreszeit normal wären acht Grad.

Ein weiteres Problem seien die zahlreichen Fressfeinde, allen voran die Kormorane und Silberreiher. Allein jeder Kormoran frisst pro Tag zwischen 400 und 500 Gramm Fisch. In Sachsen gibt es nach Angaben von Dr. Wolfgang Stiehler, Ehrenpräsident des Sächsischen Landesfischereiverbandes, um die 3000 dieser Vögel. Der Großteil lebe in der Lausitz, da es dort die mit Abstand meisten Teiche gibt. „Das ist strenggenommen ein Eingriff ins private Eigentum der Fischer“, erklärt Stiehler.

Allerdings gibt es durchaus auch Lichtblicke für die Fischer in der Teichlausitz. „Da bereits im vergangenen Jahr das Fischangebot wegen der Trockenheit gering war, sind die Preise stabil geblieben oder angestiegen“, weiß Wolfgang Stiehler. Das komme den Produzenten entgegen. Sachsenweit, so schätzt er, gibt es noch 50 bis 60 Betriebe, die die Fischerei im Haupterwerb betreiben. Neben der Lausitz befinden sich die Unternehmen unter anderem im Raum Wermsdorf bei Oschatz sowie im Erzgebirge. Die Teichwirtschaft Kreba ist mit 400  Teichen mit einer Gesamtwasserfläche von rund 400 Hektar dabei.

Neben dem Schaufischen der Krebaer Fischer präsentiert das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft direkt an der Schwarzen Lache eine größere Pilzausstellung. Nach Angaben von Ranger Herbert Schnabel haben insgesamt sieben Helfer um die 150 Arten zusammengetragen. Darüber hinaus bringen die Besucher manche Raritäten mit. Beispielsweise einen Douglasienröhrling aus der Nähe von Seifhennersdorf im Oberland. „Diese Art gibt es in der Oberlausitz noch nicht lange“, weiß Schnabel. Der Pilz sei an die namensgebende Baumart gebunden und stamme ursprünglich aus Nordamerika. „Ich habe ihn erstmals vor vier Jahren bei Wittichenau gefunden“, erinnert sich der Ranger.

Gänzlich neu in der Teichlausitz sei indes der Netzstielige Hexen-Röhrling, sagt Peter Ulbrich vom Biosphärenreservat. Er habe ihn in der Nähe von Guttau nordöstlich von Bautzen gefunden. Der Pilz gilt in Verbindung mit Alkohol als giftig.

Indes können Sammler seit rund drei Wochen auf reiche Pilzernte hoffen. Ausreichend Niederschlag und hohe Temperaturen fördern das Wachstum der Sporengewächse. „Nur die Pfifferlinge sind dieses Jahr rar“, hat Experte Herbert Schnabel beobachtet. Dafür gibt es zahlreiche Falsche Pfifferlinge, die sich von den echten durch ihre Lamellen unterscheiden. Der richtige Pfifferling ist ein Leistenpilz.