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| 17:51 Uhr

Zittauer Gebirge
Riesengebirge gerät ins Blickfeld

So sah der Lausche-Gipfel bislang aus. Er wird bis Ende 2019 durch die Gemeinde Großschönau aufgewertet. Foto: T. Richter-Zippack
So sah der Lausche-Gipfel bislang aus. Er wird bis Ende 2019 durch die Gemeinde Großschönau aufgewertet. Foto: T. Richter-Zippack FOTO: Torsten Richter-Zippack
Großschönau. Der Gipfel der Lausche im Zittauer Gebirge wird jetzt umgestaltet. Dabei entsteht ein acht Meter hoher Aussichtsturm. Von Torsten Richter-Zippack

In diesen Tagen herrscht auf der Lausche geschäftiges Treiben. Aller fünf Minuten wird der mit 793 Metern höchste Berg der deutschen Oberlausitz von Hubschraubern einer Wuppertaler Firma angeflogen. Schließlich müssen 18 Kubikmeter Beton auf das Gipfelplateau transportiert werden. Lastkraftwagen können es aufgrund der engen und steilen Wege nicht erreichen. Der Beton bildet die Grundlage für das Fundament eines neuen, gut acht Meter hohen Aussichtsturmes. Dieser soll den bereits vorhandenen Funkmast einrahmen. Von der Plattform, verspricht der Großschönauer Bürgermeister Frank Peuker, kann künftig ein 360-Grad-Landschaftsbild bewundert werden. Nach Jahrzehnten rückt also wieder das Riesengebirge ins Blickfeld. Bislang war der Blick nach Osten zur Schneekoppe von hohen Rotbuchen verstellt. Der Turm selbst, der im Frühjahr 2019 auf dem Gipfel montiert werden soll, besteht aus Metall, dass mit Gesteinsplatten ausgekleidet wird. Die Aussichtsplattform erhält eine Überdachung. Entworfen hat das Bauwerk der Bautzener Fachmann Ralf Reimann. „Nicht die Konstruktion ist das Sehenswerte, sondern deren Aussicht. Der Turm soll sich in die Landschaft einordnen“, erklärt Frank Peuker den Hintergrund. Darüber hinaus wird ein bereits vorhandenes Gebäude als Schutzraum sowie als Unterbringungsmöglichkeit für die Funkmast-Technik genutzt. Nicht zuletzt werden die Reste der ehemaligen Lausche-Gastwirtschaft gesichert und aufgewertet. Außerdem erfolge dort ein Austausch der metallenen Hinweistafeln. Des Weiteren erhalte der Treppenaufgang zum Gipfelplateau eine Aufwertung, und neue Bänke sollen aufgestellt werden.

Die Umgestaltung des Lausche-Plateaus schlägt mit insgesamt rund 850 000 Euro zu Buche. Ein Großteil der Summe wird von der Landesdirektion gefördert, sagt Bürgermeister Peuker. Das Gemeindeoberhaupt rechnet im Herbst 2019 mit der Einweihung. Die Kommune stehe dabei nicht unter Zeitdruck.

Das Vorhaben ist bereits zehn Jahre alt. Schon im Jahr 2008 hatte es einen entsprechenden Ideenwettbewerb gegeben. Von Beginn an wurde die Bevölkerung einbezogen, ebenso der Naturschutz. Denn die Lausche gilt aufgrund zahlreicher dort lebender, teils sehr seltener Tier- und Pflanzenarten als Refugium und steht auf knapp zwölf Hektar unter Naturschutz.

Allerdings kam der Neugestaltung des Gipfels das verheerende Sommerhochwasser des Jahres 2010 in die Quere. „Damals gab es in Großschönau massive Schäden, und wir mussten unsere Prioritäten anders setzen“, erklärt Frank Peuker. Von Anfang an habe festgestanden, dass es auf der Lausche keine neue Gastwirtschaft geben wird. Das sei der Konsens mit den Naturschützern. Ursprünglich existierte auf dem Berg die Lauschebaude, durch die die deutsch-böhmische Grenze mitten hindurch führte. Am 8. Januar 1946 brannte das Gebäude komplett ab, einen Wiederaufbau gab es nicht.

Dennoch gilt die Lausche bis heute als einer der meistbesuchten Berge des Zittauer Gebirges. Es gibt sowohl von der deutschen als auch von der tschechischen Seite steile Anstiege. Ganz oben befindet sich sogar ein Gipfelbuch, das auch nach der Umgestaltung des Plateaus erhalten bleiben soll. In der Gemeinde Großschönau, auf deren Territorium die deutsche Seite der Lausitz liegt, werden pro Jahr rund 150 000 Gästeübernachtungen gezählt.

Damit steht der Ort nach Görlitz und Bautzen oberlausitzweit an dritter Stelle. Die meisten Besucher wollen allerdings ins Trixi-Erlebnisbad. Dort werden pro Jahr um die 100 000 Gäste registriert.