Die Ausschreibung soll für alle Filialen im Freistaat am 18. Dezember erfolgen. Aber schon am kommenden Montag, dem 10. Dezember, will der Landesmedienrat dem Vernehmen nach offiziell verkünden, dass Hoyerswerda bei dieser Ausschreibung nicht dabei sein soll. Das wäre das Aus für eine Einrichtung, an der junge Leute erstes Rüstzeug im Umgang mit den und beim Verfertigen von Beiträgen für die Medien erhalten. Und das, siehe Medienpreis, recht erfolgreich.
Der Hoyerswerdaer SAEK wird vom KulturFabrik e.V. betrieben. Dessen Chef, Uwe Proksch, erhielt vom drohenden Ende Kenntnis durch Carmen Lötsch: Jedoch erst gestern. Dafür kann die Leiterin des Hoyerswerdaer Eigenbetriebs Kultur und Bildung nichts. Sie ist nur die Überbringerin dieser schlechten Botschaft, eines Beschlusses des Landes medienrates: vier, fünf Leute aus Hoyerswerda-fernen Städten, die den Todesstreich inszeniert haben. Der Beschluss war in der Versammlung der Landesmedienanstalt verkündet worden. In deren Vorstand hat der Hoyerswerdaer Superintendent a. D. Friedhart Vogel Sitz und Stimme, er fehlte jedoch aus gesundheitlichen Gründen.
Besonders aufgebracht ist Uwe Proksch über die Begleit-Töne: Die Hoyerswerdaer Schüler könnten doch künftig ins „nahe“ Bautzener SAEK-Studio fahren. Wer aber weiß, wie es mit Transportation aussieht, weiß: Diese Alternative ist keine. Auf der Zehn-Jahres-Feier des gesamten SAEK im Oktober war verkündet worden, dass demnächst ein neues, zusätzliches Studio eröffnet werde - in Riesa. „Da haben wir uns alle gefreut“ , erinnert sich Proksch, „aber dass Riesa nur Ersatz für das geschlossen werden sollende Hoyerswerda ist - wer konnte das ahnen„“
Es habe „nicht die geringste Vorwarnung“ gegeben: Gestern die Information, Montag soll schon der Vollzug, sprich, die Nichtausschreibung, gemeldet werden. Da ist kaum Zeit zu reagieren, der Landesmedienanstalt Bescheid zu stoßen, dass Hoyerswerda sich das nicht gefallen lassen wird.
Uwe Proksch fragt: Und wenn man sparen muss - der Hoyerswerdaer SAEK hat schon seufzend, aber aus Einsicht in Kostengründe die Video-/TV-Sparte aufgegeben -, bietet nur noch Hörfunk an - und Riesa neu eröffnen will, warum legt man nicht die beiden Dresdener oder die beiden Leipziger Studios zusammen“ Oder nimmt, solidarisch gedacht, vom Budget aller Studios ein paar Euro und investiert sie ins Überleben von Hoyerswerda?
Hoyerswerdas Kulturbürgermeister Thomas Delling hat gestern per Fax beim Präsidenten der Landesmedienanstalt scharf gegen deren Absicht protestiert und einen Drei-Standorte-Plan im Oberzentralen Städteverbund Hoyerswerda/Görlitz/Bautzen skizziert. Montag sei ein guter Tag für eine positive Antwort.

Hintergrund Projekt-Informationen
Sächsischer Ausbildungs- und Erprobungskanal (Förderwerk für Rundfunk und Neue Medien gGmbH): „Das SAEK-Gesamtprojekt versteht sich. . . als spezifisch geprägter Teil der Bürgermedien in Deutschland. . . Ziel ist nicht die unkontrollierte Mitteilung von nur subjektiven Befindlichkeiten der Nutzer, sondern die verantwortungsbewusste Sendung von Beiträgen. Das SAEK-Programm soll sich so auf lebendige und verständnisvolle Weise in die lokale Öffentlichkeit einbringen.“