| 02:56 Uhr

Lampions umzingeln das Schloss

Nora mit Mutti Antje Droigk aus Weißwasser und Paula, Paul und Papa Ronny Vogler aus Bad Muskau (v.l.n.r.) vor dem Schloss.
Nora mit Mutti Antje Droigk aus Weißwasser und Paula, Paul und Papa Ronny Vogler aus Bad Muskau (v.l.n.r.) vor dem Schloss. FOTO: jor1
Bad Muskau. Kerzenlicht, angestrahlte Bäume und Gebäude, tausende Lampions in Gelb, Rot, Blau und Grün, eine Feuershow und als i-Tüpfelchen ein Feuerwerk – das zweite Winter-Licht-Fest im Muskauer Park am Samstagabend war wieder ein Erfolg. Regina Weiß

Der Muskauer Park setzt sich Samstagabend gekonnt in Szene. Dabei helfen nicht nur die Mitarbeiter der Stiftung und Vereine der Stadt Bad Muskau sowie Mitstreiter aus Leknica, sondern die zahlreichen Gäste aus der Region. Von vier Treffpunkten - Altes Schloss, Orangerie, Pavillon der polnischen Parkverwaltung und Weltende/böses Ufer - ziehen sie mit ihren verschiedenfarbigen Lampions auf das Neue Schloss zu.

Die "Grünen" sind an diesem Abend die Gäste, die sich an der Orangerie einfinden. Jung und Alt - die Kleinsten im Bollerwagen - machen sich gemeinsam auf Tour. An der Neiße entlang erstreckt sich schnell eine grüne Kette Richtung Herrengarten. In der Ferne sieht man die anderen Lichtschlangen. Es schimmert Rot oder Gelb durch die Dunkelheit. Blickpunkte bieten zudem die ins rote Licht getauchte Orangerie, das erleuchtete Schloss, die angestrahlte Gloriette oder Prinzenbrücke oder die illuminierten Bäume.

Letztlich trägt auch das Wetter zum besonderen Erlebnis bei. Denn die Sterne leuchten den Laternenträgern sozusagen den Weg. Da werden die Liedzeilen "Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Dort oben leuchten die Sterne und unten da leuchten wir" plötzlich wahr. Die Laternen umzingeln beim nächtlichen Wandern das Schloss, um dann auf der Schlosswiese Lichterwaben zu bilden. Denn dort kommen alle vier Gruppen zusammen.

"Ich bin überwältigt von dem sehr großen Interesse an der heutigen Veranstaltung. Ich hoffe, dass sich daraus eine lange Tradition entwickelt", freut sich Cord Panning, Geschäftsführer der Pückler-Stiftung, mit Blick auf die vielen Besucher. Dem kann auch Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) nur beipflichten, um dann den Platz am Mikro gleich wieder mit dem am Grill zu tauschen. Denn nach dem Massenansturm im vergangenen Jahr bei der Festpremiere haben die Organisatoren in diesem Jahr mehr Versorgungsstände aufgebaut. Bratwurst und Glühwein serviert beispielsweise der Förderverein Fürst-Pückler-Park. Nebenan kann man den leckeren Jagertee und die Soljanka des Freundeskreises Historica kosten.

Für kulturelle Kost sorgen nicht nur die "Poznan brass", sondern auch die Formation doly art. Sie spielen gekonnt mit dem Feuer. Ein Feuerwerk sorgt für "Ohs" und "Ahs" und schließlich für viel Beifall.

Dieser ist verdient, finden auch die Familien Sontag und Höppner aus Weißwasser, die erstmals am Winter-Licht-Fest teilnehmen. "Es ist super, richtig toll", so Eva-Maria und Volker Sontag. Viola Höppner findet für künftige Lichtwanderungen, dass die Stiftung einen Euro pro Lampion verlangen sollte. "Da würden die Leute gern geben", sagt sie.

"Wir haben in diesem Jahr die doppelte Anzahl an Lampions ausgegeben, also 300 Stück pro Station. Und nicht überall haben sie gereicht", weiß Ute-Martina Kühnel, verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit. Damit kann eingeschätzt werden, dass mit mehr als 1500 Gästen das zweite Winter-Licht-Fest die Premiere von 2013 noch übertroffen hat.

Zum Thema:
Zeitgleich mit Bad Muskau wurden in folgenden Parks auch Winter Light Soiréen durchgeführt: Lazienki-Park in Warschau, Zarskoje Selo in St. Petersburg, Prinz Gong Mansion in China und Schloss Lunéville in Frankreich.

Familie Richter aus Weißwasser gehörte zu den 1500 Gästen beim 2. Winter-Licht-Fest.
Familie Richter aus Weißwasser gehörte zu den 1500 Gästen beim 2. Winter-Licht-Fest. FOTO: jor1