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| 01:47 Uhr

Kupfersucher stoßen Richtung Lagerstätte vor

Vor gut 100 geladenen Gästen hat die polnische KGHM am Freitag die erste Probebohrung auf dem Kupferfeld Weißwasser zele briert. Ob sie erfolgreich verläuft, zeige sich jedoch erst im Oktober, so eine Unternehmenssprecherin. Vor Daniel Preikschat

Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) hatte sich für den festlichen Akt eigens eine traditionelle Bergmannsuniform angezogen. Assistiert von Herbert Wirth, Vorstandsvorsitzender der KGHM Polska Miedz, setzte Morlok den Bohrer in Gang. Dass die beauftragte Bohrtechnikfirma in den vergangenen Tagen schon eine Tiefe von 220 Metern erreicht hatte, spielte dabei keine Rolle. Es ging um den symbolischen Akt.

Die KGHM Kupfer AG, hundertprozentige Tochter der Polska Miedz, hatte aus dem Bohrplatz nördlich des Tagebaus Nochten am Freitag einen Festplatz gemacht. Vertreter aller Firmen, Behörden und Kommunen, die an den Probebohrungen auf dem 364 Quadratkilometer großen Suchfeld beteiligt sind, waren eingeladen – außerdem viele Medienvertreter. Das Büfett war üppig. Der in Polen und Deutschland gleichermaßen bekannte Kabarettist und Buchautor Steffen Möller sorgte für Unterhaltung.

Den Sinn des Aufwands erklärte Jolanta Dmowska, Geschäftsführerin von KGHM Kupfer: „Wir wollen die guten Beziehungen zu unseren Partnern in der Region pflegen.“ Man wolle zeigen, dass tatsächlich etwas passiert und nicht nur geredet wird. PR und Psychologie spielten eine bedeutende Rolle für die Akzeptanz solcher Großprojekte wie die Suche nach 2,3 Millionen Tonnen vermuteter Kupferressourcen im Raum Weißwasser. Immerhin schaffe allein die Erkundung schon jetzt 50 Arbeitsplätze. Die beauftragten Firmen kämen alle aus der Region.

Um Akzeptanz aber muss sich KGHM gar nicht sorgen. In den Grußworten von Morlok und von Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) wurde deutlich, welche Hoffnungen an die Kupfersuche geknüpft werden. Morlok sprach von der Bergbautradition im Freistaat, die nun wieder belebt werden könnte. Pötzsch bezeichnete den Freitag als „bedeutenden Tag für die Region Weißwasser“.

Martin Herrmann, stellvertretender Leiter des sächsischen Oberbergamtes, warb gegenüber KGHM mit der Bergbautradition in der Oberlausitz: „Die Bevölkerung ist mit der Kohle groß geworden.“ Vonseiten der Genehmigungsbehörde könne er nur „einladen, an der Investitionsentscheidung festzuhalten“.

Herbert Wirth verhehlte nicht, dass auch KGHM große Hoffnungen hat. Der Kupferförderer wolle dank der Funde in der Oberlausitz seine Marktführerrolle in Europa verteidigen. Er sei sich sicher, dass das Gebiet ertragreich ist. Nicht von ungefähr habe man sich fünf Jahre um die Genehmigung für die Erkundung bemüht.

Zum Thema:

Teure ErkundungKGHM Polska Miedz investiert 130 Millionen Euro in die Erkundung der Erlaubnisfläche Weißwasser. Bis Ende des Jahres lässt das Tochterunternehmen KGHM Kupfer an vier Stellen Probebohrungen vornehmen. Parallel laufen seismische Untersuchungen im Raum Weißkeißel. Denn gute Ergebnisse bei den ersten vier Bohrungen vorausgesetzt, werden sich drei weitere anschließen. Erst in zehn Jahren könnte in der Region tatsächlich Kupfer gefördert werden und bis zu 1000 Arbeitsplätze entstehen, so das Unternehmen.