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Kultur
Vom Mops-Porträt bis Aktfoto im Schnee

Die freischaffende Künstlerin Carola Meyer betreibt seit zwei Jahren in Krauschwitz ein Atelier. Dort entstehen auch die reizvollen Tierporträts, die sie zur Ausstellung in Sagar mitgebracht hat.
Die freischaffende Künstlerin Carola Meyer betreibt seit zwei Jahren in Krauschwitz ein Atelier. Dort entstehen auch die reizvollen Tierporträts, die sie zur Ausstellung in Sagar mitgebracht hat. FOTO: Ingolf Tschätsch
Sagar. Kulturhausverein Sagar präsentiert zum fünften Mal Farbtupfer. Jüngster der 24 Akteure war Konrad Wünsche. Von Ingolf Tschätsch

Der Kopf eines Mopses, eingerahmt als Bild, am Stand mit den Tierporträts. Reizvolle Arbeiten, die die Besucher anziehen.  Carola Meyer hat die Bilder gemalt. Die hauptberuflich freischaffende Künstlerin betreibt im Schmalen Weg 7 in Krauschwitz seit zwei Jahren ein Atelier. Dort entstehen jene Tierporträts, die sie heute bei „Kunst im Kulturhaus“ in Sagar ausstellt. „Ich habe schon immer gern gemalt und gezeichnet, am liebsten Tiere. Jedes Porträt ist für mich ein neues Abenteuer“, erzählt die 42-Jährige. Die Fotos von den vierbeinigen Lieblingen, die ihr die Leute per Internet  schicken, sind für sie die Grundlage für die dann entstehenden bleibenden Erinnerungen für die Tierbesitzer. Da liegt es nahe, dass Carola Meyer ihren Eurasier-Hund Erwin natürlich auch im Porträt festgehalten hat.

Für den Kulturhausverein Sagar ist es bereits das fünfte Mal in Folge, dass er diese Kunstaustellung organisiert hat. Thomas Täuber und seine Frau Susanne haben sich dafür wiederum den Hut aufgesetzt. „24 Aussteller sind am  Sonnabend und Sonntag hier vertreten. Wir sind bemüht, immer einige Neue zu finden,  damit das Spektrum der gezeigten Arbeiten bunter und vielfältiger wird“, erklärt Thomas Täuber. Das ist ihnen auch gelungen. Carola Meyer gehört dazu, die sich erstmalig mit ihren Tierporträts präsentiert.

Auch Konrad Wünsche aus dem Ort ist solch ein Neuling. Und mit seinen neun Jahren noch dazu der jüngste Teilnehmer bei dieser Kunstschau. Man will es kaum glauben, dass er in seinem Alter schon so wunderschöne Acryl-Bilder malen kann. „Dass dort  mit der Sonnenblume und dem Schmetterling habe ich für Mama gemacht“, sagt Konrad und zeigt mit der Hand auf sein Werk an der Wand. Mutti neben ihm strahlt voller Stolz über ihren Sprössling, der die Grundschule in Sagar besucht. „Er bekommt von unserer Nachbarin Elisabeth Pilz  beim Malen fachliche Unterstützung“, fügt die Sagarin hinzu.

 Direkt neben Konrads Bildern sitzt Christin Pfaff beim Häckeln. Rucksäcke und Wickeltaschen, die vor ihr auf dem Tisch liegen, sind in den geschickten Händen der jungen Frau entstanden. Durch ihren sechsjährigen Sohn und die zweijährige Tochter sei sie zu diesem Hobby gekommen, erzählt sie. „Ich wollte für sie mal etwas anderes haben, als das, was es in Massen in den Kaufhäusern gibt“, so die Weißwasseranerin.  Auch für sie ist die diesjährige Ausstellung eine Premiere.

Neben all dieser Fülle an Malereien, Handarbeiten, Holzkunst und weiteren kreativen Angeboten bietet die Jubiläumsschau noch etwas ganz Besonderes und Erstmaliges - 13 farbige Aktfotos auf der Bühne. Thomas Täuber hatte die Idee dazu im vorigen Jahr und  die Modelle selbst mit seiner Kamera abgelichtet. „Das Bemerkenswerte daran ist, dass wir dafür Frauen aus dem Dorf und aus Weißwasser im Alter von etwas über 30 bis zu 63 Jahren gewinnen konnten. Auch meine Frau Susanne ist darunter“, erläutert der Autor. Zweimal ist sie beispielsweise hüllenlos bei Temperaturen von bis zu minus 13 Grad im Schnee zu sehen. Die sehr ästhetischen, qualitativ anspruchsvollen Aufnahmen lassen nicht vermuten, dass sie von einem Amateur stammen. Bei den Besuchern stößt dieser völlig neue Farbtupfer in der Bandbreite der Arbeiten auf Zustimmung.

Konrad Wünsche (r.) und sein Cousin Martin beim Basteln am Stand von Friedrich Gottschlich aus Bad Muskau.
Konrad Wünsche (r.) und sein Cousin Martin beim Basteln am Stand von Friedrich Gottschlich aus Bad Muskau. FOTO: igt
Gudrun Feuerriegel hat diese Ölarbeit mit Hilfe der Spachteltechnik gemalt. Das Motiv haben die Feuerriegels bei ihrem  Urlaub in Kroatien gefunden.
Gudrun Feuerriegel hat diese Ölarbeit mit Hilfe der Spachteltechnik gemalt. Das Motiv haben die Feuerriegels bei ihrem Urlaub in Kroatien gefunden. FOTO: igt